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Gesellschaftliche Transformation organisieren: Eine prozessorientierte Perspektive
Antragstellerin
Dr. Laura Fey-Kreuzer
Fachliche Zuordnung
Management und Marketing
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577697856
Gesellschaftliche Transformation – tiefgreifender Wandel, welcher gesellschaftliche Strukturen und Systeme dauerhaft verändert – wird durch Phänomene wie den Klimawandel, soziale Ungleichheit und technologischen Fortschritt nicht nur vorangetrieben, sondern auch notwendig gemacht. Organisationen spielen eine zentrale Rolle in gesellschaftlicher Transformation, da sie auf gesellschaftliche Herausforderungen reagieren, Lösungen entwickeln, und ihre oft signifikanten Ressourcen dafür einsetzen die Bemühungen anderer zu beeinflussen – sei es durch Unterstützung oder Widerstand. Die Managementforschung hat zwar bereits wichtige Erkenntnisse zur Rolle von Organisationen für gesellschaftliche Transformation geliefert, betrachtet Organisationen allerdings meist entweder als Gestalter von oder als Reagierende auf Transformation. Diese Trennung bietet analytische Klarheit, birgt aber auch die Gefahr, die Entwicklung gesellschaftlicher Transformation im Zeitverlauf unzureichend zu erfassen und das komplexe und dynamische Zusammenspiel vielfältiger organisationaler Bemühungen zu übersehen. Vor diesem Hintergrund wird unser Netzwerk eine prozessbasierte Perspektive auf die Organisation gesellschaftlicher Transformation entwickeln. Dies wird die bisher weitgehend getrennte Forschung zu Organisationen als Gestalter von oder Reagierende auf Transformation miteinander verbinden und integrieren. Über eine prozesstheoretische Linse verlagern wir den Fokus auf die Wechselwirkung organisationalen Gestaltens von und Reagierens auf Transformationen, wodurch der rekursive, vernetzte und unaufhörlich andauernde Charakter verschiedener Transformationsdynamiken in den Vordergrund rückt. Unser Netzwerk zielt darauf ab, (1) eine Gemeinschaft engagierter WissenschaftlerInnen zu schaffen, welche die Prozessperspektive auf Organisation gesellschaftlicher Transformation entwickelt, (2) bestehende Erkenntnisse zu synthetisieren und durch Prozessforschung anzureichern, um ein internationales Forschungsprogramm zu etablieren, und (3) die Grundlage für die Skalierung der Bemühungen der Netzwerkmitglieder zu legen, u. a. durch Entwicklung eines Sammelbandes und Impulse für zukünftige Förderanträge. Dies ist insbesondere wichtig, da eine neue Forschungsagenda – so wie sie unserem Netzwerk vorschwebt – den Rahmen einzelner Studien übersteigt und gemeinsame Bemühungen eines Netzwerks erfordert. Um diese Ziele zu erreichen, planen wir fünf Netzwerktreffen, bei denen international etablierte WissenschaftlerInnen die Entwicklung unserer Forschungsagenda unterstützen, indem sie unterschiedliche Perspektiven einbringen und Feedback zur Forschung der Netzwerkmitglieder geben. Bei jedem Treffen werden wir mindestens einen Gast mit Schwerpunkt auf dem Phänomen der gesellschaftlichen Transformation und einen Gast mit Expertise in der Prozessforschung einladen. Jedes Netzwerktreffen ermöglicht tiefgreifende Diskussionen, Wissensaustauch, und gemeinsame Entwicklung von Forschungsprojekten.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
