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Untersuchung und Förderung der Adhärenz bei der Schlafrestriktionstherapie
Antragstellerin
Laura Simon
Fachliche Zuordnung
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 577775488
Insomnien zählen zu den häufigsten Schlafstörungen und betreffen etwa 12 % der Allgemeinbevölkerung. Eine evidenzbasierte Behandlungsmöglichkeit stellt die Schlafrestriktionstherapie (SRT) dar. Dabei wird die Zeit im Bett, das sogenannte Schlaffenster, gezielt verkürzt, um sie an die tatsächliche Schlafdauer der betroffenen Person anzupassen. Es wird angenommen, dass die konsequente Einhaltung dieses Schlaffensters, auch als Adhärenz bezeichnet, maßgeblich für den Behandlungserfolg ist. Trotz dieser theoretischen Annahme gibt es bislang nur wenige Studien, die einen klaren Zusammenhang zwischen Adhärenz und Therapieerfolg empirisch belegen. Eine mögliche Erklärung für diese uneinheitlichen Befunde liegt darin, dass Adhärenz in den bisherigen Studien unterschiedlich und nicht immer angemessen erfasst wurde. Es fehlt also an einer einheitlichen und klinisch relevanten Definition und Messweise. Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es, das Verständnis der Bedeutung von Adhärenz für den Therapieerfolg bei der SRT zu vertiefen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob eine Beziehung zwischen Adhärenz und Therapieerfolg besteht, welches Maß der Adhärenz den Therapieerfolg am zuverlässigsten vorhersagt und inwiefern der Zeitpunkt innerhalb der Therapie dabei eine Rolle spielt. Dazu sollen in einem ersten Arbeitspaket Daten aus bereits durchgeführten Studien zusammengeführt und im Rahmen einer Individual Patient Data Meta-Analyse ausgewertet werden. Verschiedene Adhärenzmaße, die auf Basis von Schlaftagebuchdaten berechnet werden, werden miteinander verglichen, um jenes Maß zu identifizieren, das am zuverlässigsten mit einer Verbesserung der Insomnie-Symptomatik zum Therapieende zusammenhängt. Darüber hinaus wird geprüft, ob eine gezielte Förderung der Adhärenz im Rahmen der SRT umsetzbar ist. Das zweite Arbeitspaket widmet sich der Entwicklung eines anpassungsfähigen Behandlungsprotokolls für die SRT, das Teilnehmende bei der Umsetzung der Therapie individuell begleitet. Durch fortlaufendes Monitoring der Adhärenz sollen Rückgänge frühzeitig erkannt und durch gezielte Rückmeldungen oder Unterstützungsangebote adressiert werden. Die Machbarkeit dieses Vorgehens wird im Rahmen einer Pilotstudie mithilfe eines Single-Case-Experimental-Designs überprüft. Langfristig soll das Projekt dazu beitragen, die Wirksamkeit der Schlafrestriktionstherapie durch ein besseres Verständnis und eine gezielte Förderung der Adhärenz nachhaltig zu verbessern.
DFG-Verfahren
Stipendium
Internationaler Bezug
Großbritannien, Niederlande
Gastgeberinnen / Gastgeber
Dr. Tessa Blanken; Professor Simon Kyle, Ph.D.; Dr. Jaap Lancee
