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Eine verallgemeinerte Theorie der Relevanz und ihre Beziehung zu Grounding
Antragsteller
Professor Dr. Gerhard Schurz
Fachliche Zuordnung
Theoretische Philosophie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578336877
Relevanz ist ein Forschungsprogramm in der Analytischen Philosophie, das seit über einem halben Jahrhundert verfolgt wird, hauptsächlich in der Logik, aber auch in anderen Bereichen, wie beispielsweise in Theorien des probabilistischen Schließens, der Erklärung und der Kommunikation. In jüngerer Zeit wurden Relevanztheorien mit Theorien des Grounding in Beziehung gebracht, die in den Bereichen der Metaphysik und der Philosophie der Logik entstanden sind ("Grounding" kann mit "Fundierung" oder "Grundlegung" übersetzt werden, doch es hat sich noch keine Standardübersetzung durchgesetzt). Relevanz und Grounding sind sehr allgemeine Begriffe, die darauf abzielen, mehrere bereichsspezifische Beziehungen zu vereinheitlichen - im Fall der Relevanz: logische, statistische, kommunikative, kausale und ontologische Relevanz, und im Fall des Grounding: Wahrmachen, Supervenienz, metaphysische Abhängigkeit und Erklärung. Hinsichtlich der Beziehung zwischen den beiden Begriffen argumentieren wir, dass Relevanz ein noch allgemeinerer Begriff ist als Grounding: Während alle Beziehungen des Groundings als Instanzen relevanter Beziehungen betrachtet werden, sind nicht alle relevanten Beziehungen Instanzen von Grounding-Beziehungen. Die größte Herausforderung, die von Kritikern aufgeworfen wird, besteht in der Frage, ob die durch diese höchst allgemeinen Begriffe hergestellte Vereinheitlichung wirklich fruchtbar ist und Einsichten liefert, die über die Erkenntnisse hinausgeht, die aus den bereichsspezifischen Begriffen gewonnen wurden. In diesem Projekt sollen neue Probleme und Entwicklungen zum Begriff der Relevanz untersucht werden, mit dem Ziel der Entwicklung einer verallgemeinerten Theorie der Relevanz und ihre Beziehung zum Begriff des Grounding. Die Arbeit in diesem Projekt ist in vier Arbeitspakete bzw. Work Packages (WPs) unterteilt, die sich vier Zielen widmen: Ziel & WP 1: Die Entwicklung einer verallgemeinerten Theorie der Relevanz, die erklären kann, worin Relevanz an sich besteht, unabhängig von jedem Anwendungsbereich, basierend auf der Idee von Relevanz als "einen-Unterschied-machen". Ziel & WP 2: Die Suche nach Systemen der Relevanzlogik, die optimale Kompromisse zwischen unterschiedsmachender Relevanz und logischen Effizienzeigenschaften bieten. Ziel & WP 3: Die Entwicklung einer Theorie des relevanten logischen Grounding, die irrelevante Groundings so weit wie möglich vermeidet und eine zufriedenstellende Analyse des Groundings logischer Wahrheiten liefert. Ziel & WP 4: Die Untersuchung der Sprachabhängigkeit von Relevanz und Grounding, insbesondere im Hinblick auf die Wahl zwischen analytisch äquivalenten Sprachen, und die Entwicklung von Kriterien zur Bevorzugung zwischen analytisch äquivalenten Sprachen. Von den kombinierten Ergebnissen der vier Work Packages erwarten wir belastbare positive Antworten auf die oben genannte Herausforderung.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
