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Bäume in Raum und Zeit - Einflüsse von ESBC Behandlungen auf die Komplexitäts-Diversitäts-Beziehung in der Waldlandschaft und den Stresslevel von Einzelbäumen

Fachliche Zuordnung Forstwissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 459717468
 
In diesem Teilprojekt wollen wir die Auswirkungen von waldbaulichen Maßnahmen zur Verbesserung der strukturellen Heterogenität (ESBC) in Waldbeständen auf die Biodiversität und die Vitalität von Bäumen untersuchen. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass strukturell komplexe Bestände (hohe Komplexität innerhalb des Bestandes, Alpha-Level) zwar für bestimmte Tierarten von Vorteil sein können, die Vielfalt auf Landschaftsebene (Beta- und Gamma-Diversität) jedoch stärker durch Heterogenität, d. h. das Nebeneinander unterschiedlicher Strukturen, gefördert wird. Unklar bleibt jedoch, in welchen räumlichen Maßstäben solche positiven Effekte auftreten und ob gleichzeitig negative Effekte, wie z. B. erhöhter Stress für Randbäume, auftreten. Ein wichtiger Aspekt ist die Unterscheidung zwischen Komplexität und Heterogenität. Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt, wie beispielsweise die Schaffung von Lücken, können Lebensräume diversifizieren, bergen jedoch auch Risiken wie Fragmentierung oder erhöhte Belastung für Randbäume aufgrund von stärkerer Lichteinstrahlung, Hitze und Verdunstung. Mit zunehmender Häufigkeit von Dürre- und Hitzeereignissen kann die Vitalität dieser Bäume zunehmend gefährdet sein. Um diese Fragen zu beantworten, kombiniert das Projekt Strukturanalysen auf verschiedenen räumlichen Ebenen, die von 0,25 ha großen Parzellen bis zu Landschaften von 1.250 ha reichen, und leitet daraus Heterogenitäts- und Komplexitätsmuster sowie deren Skalierungsverhalten ab. Wir wollen außerdem die Konkurrenz zwischen einzelnen Bäumen analysieren und untersuchen, wie sich die Exposition gegenüber Lücken auf die Vitalität von Randbäumen auswirkt. Dazu führen wir dendrochronologische und Kohlenstoffisotopenanalysen (δ13C) an Baumringen durch, um potenzielle Trockenstresssituationen rückblickend zu untersuchen. Das Teilprojekt basiert auf vier Hypothesen: (1) ESBC reduziert die strukturelle Komplexität auf Bestandesebene, erhöht jedoch (2) die Heterogenität auf Landschaftsebene (Beta), (3) erhöht den Stresspegel von Bäumen in unmittelbarer Nähe zu Eingriffsflächen und (4) der Stress einzelner Bäume hängt stark von der Größe und Ausrichtung der Lücke ab. Insgesamt zielt unser Teilprojekt darauf ab, ein ganzheitliches Verständnis der Zielkonflikte zwischen der Förderung der Biodiversität und der Vitalität von Bäumen zu vermitteln und damit Leitlinien für eine nachhaltige und klimaresistente Waldbewirtschaftung zu bieten.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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