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Die Rolle der Beta-diversität zur Erhöhung der Resilienz von Ökosystemleistungen und ökonomischen Indikatoren auf der Landschaftsebene

Antragstellerinnen / Antragsteller Professorin Dr. Carola Paul; Professor Dr. Rupert Seidl
Fachliche Zuordnung Forstwissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 459717468
 
Der Klimawandel und die zunehmenden Auswirkungen von Störereignissen in Wäldern erfordern Managementstrategien, die sowohl die Bereitstellung kritischer Ökosystemleistungen für die Gesellschaft als auch die ökonomischen Erträge von Forstbetrieben sichern. Dieses Projekt untersucht die bislang weitgehend unerforschte Rolle der strukturellen beta-Diversität für die ökologische Resilienz gegenüber natürlichen Störungen, sowie deren Bedeutung für die Leistungsfähigkeit, Stabilität und Resilienz von Ökosystemleistungen und betrieblich-ökonomischen Ergebnissen. Aufbauend auf dem BETA-FOR-Experiment erweitert das Projekt den Ansatz durch zwei zentrale Dimensionen. Erstens werden waldbauliche Behandlungen, die auf eine Erhöhung der strukturellen beta-Komplexität von Wäldern (ESBC) abzielen, in Raum und Zeit skaliert. Hierfür werden die ESBC-Behandlungen durch simulationsbasierte Modellierung auf größere Landschaften (mehrere tausend Hektar) und lange Planungshorizonte (Jahrzehnte bis Jahrhunderte) angewendet. Zweitens wird die Analyse der ESBC-Effekte auf Indikatoren mit hoher Entscheidungsrelevanz für Waldbesitzende und Gesellschaft ausgedehnt, indem explizit die Auswirkungen auf die Bereitstellung von Ökosystemleistungen und forstbetriebliche Kennzahlen untersucht werden. Hierbei werden die unterschiedlichen Zeit- und Risikopräferenzen der Entscheider berücksichtigt. Als wesentliche Neuerungen kombiniert das Projekt prozessbasierte Simulation der Walddynamik (iLand) mit risikosensitiver ökonomischer Bestandes- und Betriebssimulation und entwickelt dadurch neue integrative Indikatoren für das (mittlere) Leistungsniveau, Stabilität und Resilienz von Ökosystemleistungen und ökonomischen Ergebnissen auf Bestandes- bis hin zu Landschaftsskalen. Dieser gesamtheitliche Modellierungsansatz ermöglicht die Erstellung kontrafaktischer Waldentwicklungen unter verschiedenen Störungsregimen und räumlich-zeitlichen Anordnungen von ESBC-Maßnahmen. Der Ansatz erlaubt ein tieferes Verständnis der Zusammenhänge zwischen beta-Diversität, ökologischer Resilienz und der Sicherung hoher und stabiler Niveaus von Ökosystemleistungen und betrieblichen Ergebnissen. Abschließend werden diese Zusammenhänge in betriebswirtschaftliche Pareto-Analysen von ESBC-Allokationen integriert, um ökonomisch effiziente räumliche und zeitliche Strategien zu identifizieren, welche die ökologische und ökonomische Resilienz stärken und gleichzeitig potenzielle Zielkonflikte zwischen nicht-marktfähigen Ökosystemleistungen und holzbasierten Erträgen eines Forstbetriebes abmildern. Damit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag, die in BETA-FOR erzielten ökologischen Grundlagen auf die entscheidungsrelevanten raum-zeitlichen Skalen zu übertragen, und quantifiziert so den möglichen Beitrag der beta-Diversität zur Lösung aktueller Herausforderungen in Forstpolitik und Waldmanagement.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
 
 

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