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Untersuchung der akuten Auswirkungen von kurzkettigen und mittelkettigen Fettsäuren in der Ernährung auf den Glukosestoffwechsel, die Energiebilanz und zirkulierende Faktoren

Fachliche Zuordnung Endokrinologie, Diabetologie, Metabolismus
Ernährungswissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578455552
 
Mittelkettige Fettsäuren (MCFAs) haben sich als vorteilhaft für den Blutzuckerspiegel, die Cholesterinwerte und den Energiehaushalt erwiesen und können sogar beim Abnehmen helfen. Allerdings ist bislang unklar, wie genau diese Vorteile erzielt werden. In einem kürzlich von der DFG geförderten Projekt haben wir die Hypothese untersucht, dass MCFAs, die überwiegend als freie Fettsäuren direkt in die Leber aufgenommen werden, dort spezifische Proteine namens Hepatokine freisetzen. Diese Hepatokine koordinieren anschließend die systemischen Vorteile im gesamten Körper. Unser Forschungsteam stellte fest, dass der Verzehr von MCFAs die Konzentrationen zweier entscheidender Proteine sowohl in der Leber als auch im Blutkreislauf erhöht: den „growth/differentiation factor 15“ (GDF15) und den „fibroblast growth factor 21“ (FGF21). Diese Proteine spielen eine wesentliche Rolle bei der appetitzügelnden Wirkung der MCFAs und bei der Reduktion von Leberfett. Darüber hinaus identifizierten wir weitere potenzielle Hepatokine, deren Regulation durch MCFAs von Bedeutung sein könnte. Ob diese Proteine beim Menschen ähnliche reguliert werden wie bei Tieren, ist jedoch eine zentrale Frage, die noch untersucht werden muss. Zusätzlich haben wir ein neues Verfahren entwickelt, um die Konzentrationen von MCFAs und kurzkettigen Fettsäuren (SCFAs) in Milchfett zu erhöhen. Der Verzehr dieses angereicherten Milchfetts führt zu einer erhöhten Konzentration von Ketonkörpern im Blutkreislauf, einer gesteigerten Energieausgabe und einer verbesserten Kontrolle des Blutzuckerspiegels nach den Mahlzeiten. Obwohl ähnliche Vorteile auch durch reines MCFA-Öl beobachtet wurden, sind unsere Ergebnisse bemerkenswert, da die aufgenommene Menge an MCFAs und SCFAs insgesamt vergleichsweise gering war. Diese Entdeckung motiviert uns, zu untersuchen, ob eine kombinierte Aufnahme von MCFAs und SCFAs noch größere gesundheitliche Vorteile bietet und damit möglicherweise einen neuen Ansatz zur Behandlung von Stoffwechselerkrankungen darstellen könnte. Aufbauend auf unseren bisherigen Erkenntnissen streben wir die Finanzierung von Studien an, die untersuchen, wie sich der Verzehr von SCFAs, MCFAs oder einer Kombination aus beiden auf verschiedene Parameter auswirkt. Dazu gehören die Konzentrationen zirkulierender Metaboliten und potenzieller Hepatokine, Blutzucker- und Insulinwerte, Ketonkörper, das Sättigungsgefühl sowie die Energieausgabe bei Menschen und Mäusen. Das Ziel dieser Studien ist es, neue Einblicke in die Wirkung dieser Substanzen auf den Stoffwechsel und die allgemeine Gesundheit zu gewinnen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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