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LOAC - Linked Open Architectural Collections. Historische Architektennachlässe erschließen und Normdaten generieren

Antragstellerinnen / Antragsteller Dr. Hans-Dieter Nägelke; Dr. Irina Sens
Fachliche Zuordnung Architektur, Bau- und Konstruktionsgeschichte, Bauforschung, Ressourcenökonomie im Bauwesen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 578813611
 
Die Technische Informationsbibliothek Hannover (TIB) bewahrt in großem Umfang Nachlässe von Architektinnen und Architekten auf. Langfristig ist eine umfassende digitale Bereitstellung dieser Bestände vorgesehen. Der Sonderbestand der sogenannten historischen Architektennachlässe (Ende 19./Anfang 20. Jh.) kann aufgrund seiner heterogenen Zusammensetzung, aber auch dank seines überschaubaren Umfangs (ca. 1.600 Einzelblätter, ca. 130 Kolleghefte, Dokumente, u.a.) als geeigneter Use Case für den Aufbau einer Erschließungsumgebung dienen, welche auf die digitale Erfassung eines Mixes aus Bestandsarten ausgerichtet ist und in der Folge für größere Bestände nachgenutzt werden kann. Beim Aufbau der Erschließungsumgebung werden Entwicklungen aus den DFG-geförderten Projekten GESAH und GESAH+ nachgenutzt und im Zuschnitt auf das neue Material angepasst (Vitro-Software, GESAH Graphic Arts Ontology). In Zusammenarbeit mit dem Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin (AMTUB) wird die exemplarische Kontextualisierung ausgewählter Nachlässe – insbesondere der von Carl Schäfer und Paul Kanold, aber auch der Messwarb-Bestand – unter dem Aspekt ihrer sammlungsübergreifenden Verflechtung vorgenommen. Während Schäfer als zentrale Figur in beiden Häusern (TIB und AMTUB) mit komplementären Materialien präsent ist, bietet der Messwarb-Nachlass aufgrund seiner vier Generationen umfassenden Überlieferung ein einzigartiges Fallbeispiel für die genealogische und regionale Verknüpfung architektonischer Ausbildung, Praxis und Dokumentation. Durch die Erschließung der Objekte mithilfe von Linked Open Data kann die Auffindbarkeit und Vernetzung der Informationen über die eigene Institution hinweg gelingen und virtuell zusammenführen, was historisch getrennt wurde. Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der vereinfachten Einbindung existenter Normdaten und Klassifikationen, ein zweiter auf der Neuansetzung der Werknormdaten selbst, insbesondere auf der Integration eines Ansetzungsworkflows in die reguläre Erschließungsarbeit. In beiden Fällen wird die Bereitstellung zur Nachnutzung aus anderen Erschließungsumgebungen angestrebt, weshalb offene Entwicklungsstandards die Kompatibilität und Interoperabilität ermöglichen sollen. Zur Vorhaltung der Bauwerksnormdaten ist eine Wikibase-Instanz vorgesehen, die als Prototyp und damit als Beitrag zur Entwicklung eines Community-betriebenen Dienstes zu verstehen ist. Die Sichtbarkeit und Nachnutzung der Daten werden durch ihre Ausspielung nach wikidata.org und einen Ingest in die Gemeinsame Normdatei (GND) mithilfe der GND-Agentur Bauwerke (DDK Marburg) gewährleistet. Das Projekt verspricht sich relevante Erkenntnisse aus der multilateralen Zusammenarbeit, die die aktuelle Diskussion auf nationaler und internationaler Ebene zur Standardisierung und Qualitätssicherung von Forschungsdaten in den Digital Humanities bereichern können.
DFG-Verfahren Digitalisierung und Erschließung (Wiss. Literaturversorgung und Informationssysteme)
 
 

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