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Neue Texte zur hethitischen Religion – Unveröffentlichte Keilschrifttafeln aus Boğazköy und ihr Beitrag zum Wissen über die intellektuelle Kultur im 2. Jahrtausend v. Chr.

Antragsteller Dr. Oguz Soysal
Fachliche Zuordnung Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579127968
 
Trotz der kontinuierlichen Veröffentlichung der hethitischen Keilschrifttafeln gibt es noch immer unveröffentlichte Fragmente aus der Hauptstadt Boğazköy / Hattusa. Sie tragen das Sigel „Bo“, stammen aus den frühen deutsch-osmanischen Ausgrabungen zwischen 1906 und 1912 und wurden zur Reinigung und Konservierung an das Staatliche Museum in Berlin geschickt. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieben die Tafeln im Besitz der Deutschen Demokratischen Republik und es dauerte Jahre, bis sie 1987 an die Türkei zurückgegeben wurden. Die Zahl dieser Fragmente beträgt etwa 7.300 und einige von ihnen sind veröffentlicht, aber fast die Hälfte von ihnen ist weder veröffentlicht noch untersucht. Diese Tafeln sind der Forschung nur in stark eingeschränktem Maße zugänglich, sofern sie in der Sekundärliteratur zitiert werden. Der Antragsteller betreibt seit 2010 wissenschaftliche Aktivitäten und Forschungen zu den Bo-Texten, auch im Rahmen des DFG-Projekts „Unveröffentlichte Boğazköy-Fragmente: Edition und Forschung“, das im Februar 2020 an der Philipps-Universität Marburg offiziell begann und im Februar 2026 enden will. Das vorgeschlagene neue Projekt wird sich weiterhin mit dieser Gruppe epigraphischen Materials befassen, diesmal jedoch mit einem besonderen Fokus auf die Texte zu den Elementen des hethitischen religiösen Lebens und seinen Beziehungen zu den Nachbarkulturen. Die Verwendung der unveröffentlichten Bo-Fragmente ist in den letzten dreißig Jahren zu einem wesentlichen Problem in der Hethitologie geworden. In diesem Sinne wären die Edition und Erforschung des betreffenden lexigraphischen Materials ein willkommenes Ergebnis einer gemeinsamen deutsch-türkischen wissenschaftlichen Arbeit. Darüber hinaus wird das vorgeschlagene Projekt eine einzigartige, in der Tat die einzige Möglichkeit sein, einen leichten Zugang zu den Bo-Fragmenten zu haben, da die offiziellen Behörden im Ankara-Museum nur den türkischen Gelehrten die Erlaubnis erteilen, dieses unveröffentlichte Material zu verwenden. Der Antragsteller und seine Mitarbeiter, die türkische Staatsbürger sind und die Veröffentlichungsrechte für die in Frage kommenden Tontafeln besitzen, werden von diesem Problem nicht betroffen sein. Die Forschungsergebnisse werden als gedrucktes Material veröffentlicht, d.h. als Monographien in der Reihe der Chicago Hittite Dictionary Supplements, und auch als digitale Version derselben Veröffentlichung als kostenloser Download veröffentlicht.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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