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Inter- und intraindividuelle Untersuchung der Fehleranpassung beim Rechnen
Antragstellerin
Dr. Maristella Lunardon
Fachliche Zuordnung
Allgemeine, Kognitive und Mathematische Psychologie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579145492
In unserer hoch technologisierten Gesellschaft stellen mathematische Fähigkeiten eine Schlüsselkompetenz dar, insbesondere in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Dennoch verfügen Schülerinnen und Schüler möglicherweise nicht über die notwendigen Kompetenzen, um in diesen Bereichen erfolgreich zu sein. Daher ist es entscheidend zu verstehen, wie mathematische Fähigkeiten langfristig gefördert werden können. Mathematische Fähigkeiten werden nicht nur von kognitiven Fähigkeiten beeinflusst, sondern auch von der Einstellung zu Mathematik, die die mathematische Leistung beeinträchtigen kann, beispielsweise indem sie die Reaktionen auf Fehler verändert. Fehler zu machen ist ein fundamentaler Bestandteil des Lernens, jedoch ist bislang noch nicht geklärt, wie die Fehlerverarbeitung beim Rechnen funktioniert und wie sie von der Einstellung gegenüber Mathematik beeinflusst wird. Dieses Projekt integriert kognitive, affektive und physiologische Ansätze, um diesen entscheidenden Aspekt des mathematischen Lernens zu untersuchen. Ziel ist es, zu erforschen, wie Schülerinnen und Schüler nach Fehlern beim Rechnen Anpassungen vornehmen und ob diese Anpassungen mit MINT-Ambitionen in Zusammenhang stehen. Ich werde die inter- und intraindividuelle Variabilität in der Fehleranpassung mithilfe von Verhaltensmarkern wie Post-Error-Slowing (PES), Post-Error-Genauigkeit und Drift-Diffusions-Modellierung analysieren, um Entscheidungsprozesse nach Fehlern zu isolieren. Das Projekt verfolgt drei Hauptziele: Erstens werde ich untersuchen, ob die Fehleranpassung in Abhängigkeit von Aufgabenmerkmalen wie Schwierigkeit und Paradigma (Produktion vs. Entscheidung) variiert, die die kognitive Belastung und die Fehleranfälligkeit beeinflussen. Zweitens werde ich die Rolle mathematikspezifischer Trait- und State-Faktoren bei der Fehleranpassung analysieren. Der Fokus liegt dabei auf Matheangst und mathematischer Selbstwirksamkeit, zwei gut erforschten Einstellungen, die die Mathematikleistung beeinflussen, und physiologische Aktivierung während der Aufgabe. Drittens werde ich untersuchen, ob eine adaptive Fehleranpassung beim Rechnen am Ende der Schulzeit mit MINT-Ambitionen ein Jahr später assoziiert ist. Das Verständnis dafür, wie die Fehleranpassung beim Rechnen funktioniert und wie sie mit zukünftigen Bildungsentscheidungen verknüpft ist, hat Implikationen für Theorien und für zukünftige Interventionen zur Förderung mathematischer Fähigkeiten und zur Stärkung des Engagements in MINT-Fächern.
DFG-Verfahren
Stelle
