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Metabolische Signaturen von T-Zellen bei BK-Virus-assoziierter Nephropathie (BKVAN): Vergleich von Immunsuppressiva und Anpassungsstrategien

Antragsteller Lukas van de Sand
Fachliche Zuordnung Klinische Infektiologie und Tropenmedizin
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579308863
 
Allogene Nierentransplantation ist derzeit die effektivste Form der Nierenersatztherapie bei chronischer Niereninsuffizienz (CKD) und bietet im Vergleich zur Dialyse bessere Überlebens- und Lebensqualitätsraten. Bereits vor der Transplantation zeigen CKD-Patienten jedoch deutliche Defizite in der zellulären und humoralen Immunität, was zu erhöhter Infektanfälligkeit und reduzierter Impfantwort führt. Nach Transplantation verstärkt die notwendige Immunsuppression diese Schwäche, erhöht das Risiko opportunistischer Infektionen und reduziert die Wirksamkeit von Impfungen. Eine der klinisch relevantesten Infektionskomplikationen ist die Reaktivierung des BK-Polyomavirus (BKV). Nach Primärinfektion in der Kindheit verbleibt BKV latent im Harntrakt. Während das Virus bei Immunkompetenten folgenlos bleibt, kann es unter Immunsuppression reaktiviert werden. Häufig tritt zunächst asymptomatische Virurie auf, die in einigen Fällen zur BK-Virus-assoziierten Nephropathie (BKVAN) fortschreitet - einer Bedrohung für Transplantatfunktion und Langzeitüberleben. Da bislang keine wirksamen antiviralen Therapien verfügbar sind, beschränkt sich das Management auf eine Reduktion der Immunsuppression, was jedoch das Risiko einer Abstoßung birgt. Die molekularen und immunologischen Mechanismen, die den Übergang von Latenz zu aktiver Replikation bestimmen, sind unzureichend verstanden und stellen eine entscheidende Forschungslücke dar. Das geplante Projekt adressiert diese Lücke, indem es klinische Beobachtungen mit immunologischer und metabolischer Profilierung kombiniert, um Determinanten der BKV-Reaktivierung und deren Einfluss auf Transplantatverläufe zu identifizieren. Teil 1 untersucht BKV-spezifische T-Zellen bei Patienten mit und ohne Virämie mittels hochdimensionaler Durchflusszytometrie und funktioneller Metabolismus-Assays. Ziel ist es, die Programme und Signalwege zu identifizieren, die effektive antivirale Kontrolle ermöglichen. Teil 2 analysiert die Wirkung immunsuppressiver Medikamente auf virus-spezifische T-Zellen in vitro. Neben BKV-spezifischen T-Zellen dienen CMV-spezifische T-Zellen als Kontrolle. Unter Medikamenteneinfluss werden Zytokinproduktion, metabolische Aktivität und Proliferation gemessen. Wir postulieren, dass unterschiedliche Immunsuppressiva T-Zell-Funktionen in charakteristischer Weise beeinträchtigen und dadurch die Virusabwehr verschieden stark schwächen. Beide Teile zusammen sollen das Zusammenspiel von viraler Latenz, Immunantwort und Therapieeffekten klären. Die Ergebnisse könnten die Grundlage für individuell angepasste Immunsuppressionsstrategien schaffen, die das Risiko einer BKVAN senken und gleichzeitig notwendige Immunität erhalten. Langfristig sollen gezielte Risikostratifizierung und frühzeitige Interventionen die Transplantationsergebnisse verbessern.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Niederlande
 
 

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