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Adjektive in der Deutschen Gebärdensprache – Ein multimethodischer Ansatz zur Wortstellung im nominalen Bereich
Antragstellerin
Dr. Anne Wienholz
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579693978
Dieses Projekt kombiniert verschiedene Methoden, um die Position von attributiven Adjektiven in Bezug auf das Nomen, das sie modifizieren, und ihre Auswirkungen auf die Sprachproduktion und -verarbeitung in der Deutschen Gebärdensprache (DGS) zu untersuchen. Die Kombination verschiedener methodischer Ansätze zur Untersuchung desselben Phänomens ermöglicht ein besseres Verständnis der grammatikalischen Struktur, die im Fokus steht. Gebärdensprachen ermöglichen eine beträchtliche Flexibilität in Bezug auf die Wortstellung und verwenden oft mehr als eine kanonische Wortstellung für einfache Aussagesätze. Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass diese Flexibilität auch auf die nominale Domäne, spezifischer auf Position des Adjektivs in Bezug auf das Nomen, das es modifiziert, angewendet werden kann. Adjektive in Gebärdensprachen können in pränomineller oder postnomineller Position oder sogar gleichzeitig mit dem modifizierten Nomen auftreten. In der Gebärdensprachenliteratur fehlt es jedoch an systematischer Forschung zu Adjektiven in Gebärdensprachen. Daher wertet dieses Projekt Korpusdaten und kontrollierte natürliche Produktionsdaten von gehörlosen Frühgebärdenden aus, um die Verwendung von Wortstellungsstrukturen innerhalb der nominalen Domäne zu charakterisieren. Wie frühere Forschungen zu gesprochenen Sprachen gezeigt haben, beeinflussen Unterschiede in der Wortstellung bei Adjektiv-Nomen-Paaren die kognitive Sprachverarbeitung und prägen die Art und Weise, wie Sprecher einen Referenten identifizieren. Erste Erkenntnisse aus Gebärdensprachen deuten darauf hin, dass ähnliche Effekte bei der Verarbeitung von Adjektiv-Nomen-Paaren, die Farbadjektive enthalten, in Gebärdensprachen auftreten. Dieses Projekt untersucht, ob dies auch für andere Adjektive gilt und ob die visuelle Salienz von Eigenschaften eines Referenten die Verarbeitung beeinflusst. Zu diesem Zweck werden experimentelle Eye-Tracking-Daten ausgewertet, um sprachspezifische und sprachunabhängige Auswirkungen auf die Sprachverarbeitung in Echtzeit aufzudecken. Das Projekt trägt zu unserem Verständnis der Strukturen einer wenig erforschten Sprache in der visuellen Modalität bei. Es ermöglicht sprachübergreifende Vergleiche mit früheren Forschungsarbeiten und erweitert unser Wissen über universelle Mechanismen innerhalb der visuellen Modalität sowie über den Einfluss der Sprachmodalität auf sprachliche Strukturen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
