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Selektive Informationsverarbeitung: Ein Feldexperiment zur Reduzierung kognitiver Verzerrungen
Antragstellerinnen / Antragsteller
Professor Dr. Victor Klockmann; Professorin Dr. Alicia von Schenk
Fachliche Zuordnung
Wirtschaftspolitik, Angewandte Volkswirtschaftslehre
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 579765826
Unser Forschungsvorhaben untersucht, wie kognitive Verzerrungen in der Informationsverarbeitung reduziert werden können, um die Informationskompetenz und die Qualität individueller Informationsentscheidungen zu stärken. Personalisierte Inhalte und algorithmische Empfehlungsmechanismen in sozialen Medien fördern selektive Wahrnehmung und können zu einer verzerrten Informationsaufnahme und -verbreitung beitragen. Bestehende Ansätze wie Faktenchecks zeigen uneinheitliche Ergebnisse und können nur begrenzt Einfluss auf individuellen Informationskonsum nehmen. Vor diesem Hintergrund analysiert das Projekt den Effekt einer verhaltensökonomisch fundierten Intervention auf einer Online-Plattform. Diese sollen Nutzerinnen und Nutzer für typische kognitive Verzerrungen sensibilisieren und ihnen Strategien vermitteln, um diese in ihrem Informationsverhalten zu vermeiden. Das Vorhaben verfolgt drei zentrale Ziele: (i) In Kooperation mit dem Bayerischen Staatsministerium des Innern eine Website zu konzipieren und zu veröffentlichen, um Einzelpersonen anhand interaktiver Lernmodule und simulationsbasierter Szenarien über mögliche Fehlerquellen bei der Informationsverarbeitung („correlation neglect“ und „neglect of unobserved information“) aufzuklären, (ii) eine groß angelegte randomisierte kontrollierte Studie (RCT) auf verhaltensökonomischer Grundlage durchzuführen, um herauszufinden, ob solche Aufklärungsmaßnahmen Informationsverarbeitung, kognitive Verzerrungen und Nachrichtenkonsum kurz- und mittelfristig beeinflussen, und (iii) ein Panel zu erstellen, das die längerfristigen Effekte dieser Maßnahmen insbesondere bei jungen und erstmals wahlberechtigten Bevölkerungsgruppen untersucht. Das Projekt soll wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse darüber liefern, wie gezielte Bildungsmaßnahmen zur Stärkung der Informationskompetenz beitragen können. Durch evidenzbasierte Methoden wollen wir die Informationskompetenz in der Bevölkerung stärken und damit zur Stabilität demokratischer Diskurse beitragen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Mitverantwortliche
Professor Dr. Andreas Grunewald; Professor Dr. Ferdinand von Siemens
