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TERT-Promotor-Mutationen als universeller Urin-Biomarker für die Früherkennung des Blasenkarzinoms

Antragstellerin Dr. Viktoria Menzel
Fachliche Zuordnung Reproduktionsmedizin, Urologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580313260
 
Blasenkrebs stellt weltweit eine erhebliche gesundheitliche Herausforderung dar, mit über 500.000 Neuerkrankungen jährlich. In Subsahara-Afrika, insbesondere in Malawi, ist das mit chronischer Schistosomiasis assoziierte Plattenepithelkarzinom der Harnblase weit verbreitet, verläuft aggressiv und ist bislang unzureichend erforscht. Die derzeitige Diagnostik beruht auf der Zystoskopie – einem invasiven und kostenintensiven Verfahren, das sich weder für populationsbasierte Screeningprogramme noch für die Frühdiagnostik eignet. Trotz jahrzehntelanger Forschung existiert kein validierter, nicht-invasiver Biomarker, was eine zentrale diagnostische Lücke hinterlässt. Diese ist besonders relevant in Subsahara-Afrika, wo infektionsbedingter Blasenkrebs häufig vorkommt, ebenso wie in Europa, wo die Krankheitslast insgesamt hoch ist. Beide Regionen könnten von der Entwicklung eines universellen, urinbasierten Biomarkers profitieren, der eine frühere und besser zugängliche Diagnostik ermöglicht. Forschungen am Internationalen Krebsforschungszentrum der Weltgesundheitsorganisation (IARC/WHO) in Lyon haben gezeigt, dass Mutationen im Promotor des TERT-Gens – den häufigsten genetischen Veränderungen bei Blasenkrebs – zuverlässig im Urin nachweisbar sind. Hochsensitive Nachweisverfahren, die dort entwickelt und validiert wurden, zeigen eine diagnostische Leistung, die der Urinzytologie überlegen ist, und belegen, dass TERT-Promotor-Mutationen bereits Jahre vor der klinischen Diagnose im Urin auftreten können. Obwohl diese Ergebnisse das Potenzial von TERT-Promotor-Mutationen als frühe, nicht-invasive Biomarker verdeutlichen, wurden sie bislang nicht systematisch in einer Hochinzidenz-Kohorte untersucht. Dieses Projekt schließt diese Lücke, indem Tumor- und Urinproben von Patienten und Kontrollen in Malawi erhoben und anschließend am IARC/WHO in Lyon analysiert werden. Durch die Kombination einer Probenakquise in einer Hochinzidenzregion mit molekularer Analytik in einem international führenden Krebsforschungszentrum bietet sich die Möglichkeit, die diagnostische Aussagekraft von TERT-Promotor-Mutationen im Urin unter Bedingungen hoher klinischer Relevanz zu untersuchen. Das Projekt verfolgt drei Ziele: (i) TERT-Promotor-Mutationen im Tumorgewebe zu charakterisieren, (ii) ihre Nachweisbarkeit im Urin zu prüfen, um ihr Potenzial als nicht-invasiver Biomarker zu bewerten, und (iii) molekulare Profile mit Pathogendaten zu verknüpfen, um infektionsbedingte Risikofaktoren zu identifizieren. Die Forschung wird am IARC/WHO in Lyon mit hochsensitiven molekularen Nachweisverfahren durchgeführt. Die Ergebnisse werden an das Universitätsklinikum Dresden transferiert, um die biomarkerbasierte Blasenkrebsforschung zu stärken und eine langfristige internationale Zusammenarbeit zu etablieren. Der Fokus auf TERT-Promotor-Mutationen ermöglicht eine präzise und methodisch fundierte Untersuchung ihres Potenzials als nicht-invasiver Biomarker für die Früherkennung von Blasenkrebs.
DFG-Verfahren WBP Stipendium
Internationaler Bezug Frankreich
 
 

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