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Beitrag astrozytärer Veränderungen zur Epilepsieentwicklung nach Encephalitis

Fachliche Zuordnung Molekulare Biologie und Physiologie von Nerven- und Gliazellen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580429557
 
Epilepsie ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die häufig nach Hirnschädigungen wie einer viraler Enzephalitis auftritt. Astrozyten, eine nicht-neuronale Zellart im Gehirn, durchlaufen während der Epilepsie eine Umwandlung, die als reaktive Astrogliose bezeichnet wird. Der kausale Zusammenhang zwischen diesen zellulären Veränderungen und der Epileptogenese ist nur unvollständig verstanden. Dieses Projekt untersucht, wie schnelle und langfristige Umstrukturierungen von Astrozyten zur Entwicklung von Epilepsie beitragen, wobei ein klinisch relevantes Mausmodell der postenzephalitischen Temporallappenepilepsie (TLE) auf Basis des Theiler’schen murinen Enzephalomyelitis-Virus (TMEV) verwendet wird. Das Projekt baut auf unseren Forschungsergebnissen auf, die zeigen, dass epileptiforme und epileptische Aktivität rasch strukturelle Veränderungen in Astrozyten über RhoA-ROCK1-Signalwege auslöst. Diese Veränderungen bestehen auch nach dem Ende der neuronalen Aktivität fort. Ziel des Projekts ist es zu untersuchen, wie sich die Morphologie von Astrozyten in vivo im Gesamtverlauf der Epileptogeneses verändert und letztere möglicherweise bedingt. Das Projekt verfolgt drei Hauptziele. 1) Eine longitudinale in vivo Analyse von Astrozyten in Kombination mit EEG-Messungen bei TMEV-infizierten Mäusen soll die morphologischen Veränderungen während des gesamten Verlaufs der Epileptogenese erfassen. 2) Hochauflösende Mikroskopietechniken und phosphoproteomische Analysen werden strukturelle und proteinbezogene Veränderungen in Astrozyten in entscheidenden Krankheitsstadien charakterisieren. 3) Die Rolle von ROCK1 bei der Umstrukturierung von Astrozyten und der Epileptogenese wird durch astrozytenspezifische Gen-Deletionen untersucht. Die Studie vereint unsere Expertise in der Astrozytenbiologie, der Epilepsie-Forschung und der Proteomik mit dem Ziel, neue Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie die reaktive Astrogliose zur Epilepsie beiträgt. Das langfristige Ziel ist es, neue molekulare Angriffspunkte zu identifizieren, um diese Transformation zu unterbrechen, was potenziell neue therapeutische Ansätze für die Behandlung von Epilepsie aufdecken könnte.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

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