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Untersuchung der Transformation von Erinnerungen von Episoden zu Konzeptcodes im menschlichen Hippocampus
Antragstellerin
Dr. Isabel Raposo
Fachliche Zuordnung
Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 580920844
Erinnerungen sind dynamisch. Die klassische Theorie geht davon aus, dass Erinnerungen mit einem spezifischen und kontextreichen Code beginnen, der vom Hippocampus unterstützt wird und allmählich verblasst und mit der Zeit allgemeiner bzw. „semantisierter“ wird, unterstützt vom Neokortex. Eine neuere Theorie stellt diese Idee in Frage, indem sie vermutet, dass beide Prozesse im Hippocampus stattfinden, jedoch in unterschiedlichen neuronalen Populationen. Konkret beinhaltet die Episoden-zu-Semantik-Transformation die allmähliche Entwicklung von episodenspezifischen Neuronen (ESN), die einzigartige episodische Repräsentationen kodieren, zu Konzeptneuronen (KN), die generalisiertes Wissen repräsentieren, durch wiederholte Reaktivierung überlappender Erinnerungen. Computermodelle legen nahe, dass diese Verschiebung auf unterschiedliche hippocampale Subfelder abgebildet wird. Mein Projekt zielt darauf ab, diese Hypothesen mittels intrakranieller Einzelbildaufzeichnungen beim Menschen und Ultrahochfeld-fMRT zu überprüfen. Ich werde untersuchen, ob die wiederholte Exposition mit ähnlichen Episoden und deren Abruf zur Reaktivierung von ESNs führt und so eine konsistente Überlappung zwischen Neuronen fördert, die Erfahrungen mit gemeinsamen Elementen kodieren. Dies führt letztlich dazu, dass ein Teil der ESNs „semantisiert“ wird und sich so zu KNs entwickelt. Durch die Verknüpfung verschiedener Theorien und Erkenntnisse aus der Gedächtnisforschung an Menschen und Nagetieren bietet diese Studie eine neue Perspektive auf die Kodierung und Transformation von Erinnerungen im menschlichen Hippocampus. Darüber hinaus könnten die Ergebnisse zukünftige Interventionen bei Gedächtnisstörungen beeinflussen, indem sie potenzielle Angriffspunkte für Stimulation und Hemmung identifizieren. Dies könnte den Weg für eine neuronale Gedächtnisprothese ebnen, die Erinnerungen markieren und modulieren kann und einen vielversprechenden Ansatz zur Linderung von Symptomen bei Erkrankungen wie Demenz oder posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) bietet.
DFG-Verfahren
Stipendium
Internationaler Bezug
Großbritannien
Gastgeber
Professor Dr. Simon Hanslmayr
