Detailseite
Projekt Druckansicht

Goya’s Great Game. Praktiken geoökonomischen Wettbewerbs im globalisierten Kunstmarkt

Antragsteller Dr. Frank Meyer
Fachliche Zuordnung Humangeographie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 582072793
 
Der internationale Kunstmarkt wird seit jeher von westlichen Akteuren dominiert. In den letzten Jahren ist jedoch ein Wandel zu beobachten: Erstens stehen staatliche und nichtstaatliche Akteure zunehmend in Konkurrenz, insbesondere im Kontext von Steuervermeidung und der Schaffung neuer Handelszentren für Kunst. Zweitens kommt in diesem System kommt Freihäfen – spezielle Wirtschaftszonen mit steuerlichen Vorteilen, die den internationalen Handel erleichtern – eine gesteigerte Rolle zu. Drittens konzentriert sich dieser geoökonomische Wettbewerb nicht nur auf die alten Zentren des Kunsthandels in Nordamerika und Europa, sondern bildet die Grundlage für Handlungsparadigmen von Staaten wie Katar oder China. Die Mechanismen dieses Wettbewerbs sind damit nicht nur wirtschaftlicher Natur, sondern reflektieren geopolitische Verschiebungen und die Zukunft globalen Machtverteilung. Hochpreisige Kunstwerke wie die sog. Alten Meister sind in dieser Hinsicht ein Beispiel anhand dessen aktuelle Tendenzen von Globalisierung und geoökonomischen Wettbewerbs beispielhaft analysiert werden kann. Das Forschungsprojekt untersucht, wie staatliche und nichtstaatliche Akteure unterschiedlicher Herkunft und Motivation den globalen Kunstmarkt für hochpreisige Kunstwerke (z. B. Gemälde) als Arena geopolitischen und geoökonomischen Wettbewerbs nutzen. Dabei wird ein Beitrag zur wirtschafts- und politisch-geographischen Forschung geleistet, indem verdeckte Dynamiken der Globalisierung analysiert werden. Anhand von drei Fallstudien wird rekonstruiert, welche Strategien Akteure im Wettbewerb um Einfluss und Reputation auf dem globalen Kunstmarkt anwenden. Dafür werden verschiedene qualitative Methoden genutzt: Interviews mit zentralen Akteuren des Kunsthandels, Dokumentanalysen von öffentlich zugänglichen Regularien sowie Marktberichten, sowie Teilnahme an Schlüsselveranstaltungen wie Kunstmessen, um Netzwerkstrukturen und Marktmechanismen zu verstehen. Das Projekt beleuchtet ein zunehmend umkämpftes Feld, das von wohlhabenden und einflussreichen Akteuren geprägt wird. Herausforderungen ergeben sich dabei aus der Analyse sensibler Informationen und dem Zugang zu relevanten Daten. Das Projekt trägt zur wirtschafts- und politisch-geographischen Forschung bei, indem es hybride Akteurskonstellationen, konfliktbehaftete Praktiken und vielschichtige Motivationen im Kunsthandel untersucht.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung