Detailseite
Verstehen, wie Stress und negative Stimmung chronische neuropathische Schmerzen verschlimmern: Neue therapeutische Wege erschließen (STRESSPAIN)
Antragstellerin
Professorin Dr. Frauke Nees
Fachliche Zuordnung
Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 582581832
Chronische neuropathische Schmerzen betreffen 7–10 % der Bevölkerung und sprechen oft nicht auf herkömmliche pharmakologische oder nicht-pharmakologische Behandlungen an. Aufgrund begrenzter Therapiemöglichkeiten und überwiegend schlechter Ergebnisse stellen sie eine erhebliche Belastung für Betroffene, Gesellschaft und Wirtschaft dar und bleiben ein großes unerfülltes klinisches Bedürfnis. Zunehmende Evidenz zeigt, dass Stress und negative Affekte (z. B. Angst oder Depression) bei Patient:innen mit chronischen neuropathischen Schmerzen häufig auftreten, über 50 % weisen Komorbiditäten auf. Die meisten Studien untersuchten, wie Schmerzen Stress und Affekte auslösen, während wenig über die umgekehrte Frage bekannt ist: Wie modulieren Stress und negative Affekte den Verlauf und die Schwere chronischer Schmerzen? Diese Faktoren beeinflussen die Schmerzwahrnehmung, ihre Rolle bei Chronifizierung und Verschlimmerung ist jedoch noch unklar. Ziel dieses Projekts ist es, diese Wissenslücke mithilfe eines integrativen, translationalen neurowissenschaftlichen Ansatzes zu schließen. Präklinische und klinische Methoden sowie fortgeschrittenes maschinelles Lernen sollen die Wechselwirkungen zwischen Stress, Affekten und Schmerzverarbeitung im zentralen Nervensystem aufklären, mit Fokus auf das absteigende Schmerzmodulationssystem, das bei Stress und affektiven Störungen dysreguliert sein könnte. Ein multidisziplinäres Netzwerk aus Expert:innen in Schmerz-, Stress- und Affektforschung, Datenanalyse sowie Patient:innenpartner:innen in sechs Ländern bearbeitet vier zentrale Ziele. Diese werden über neun Arbeitspakete umgesetzt, die Tiermodelle, Human-Kohortenstudien, Neuroimaging, Verhaltens- und psychometrische Analysen, molekulare Untersuchungen und computergestützte Modellierungen kombinieren. Die erwarteten Ergebnisse liefern mechanistische und translationale Erkenntnisse über neuronale Schaltkreise, molekulare Signalwege und neurochemische Mediatoren, die der Verschlimmerung chronischer neuropathischer Schmerzen zugrunde liegen. Daraus sollen neue therapeutische Strategien zur Verbesserung der Behandlung abgeleitet werden. Das Projekt leistet einen bedeutenden Beitrag zur neuropsychiatrischen Schmerzforschung und hat das Potenzial, die klinische Praxis nachhaltig zu beeinflussen.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
Internationaler Bezug
Frankreich, Großbritannien, Irland, Schweiz, Slowakei
Kooperationspartnerinnen / Kooperationspartner
Professorin Kirsty Bannister; Professor David Finn; Professor Dr. Thomas Nevian; Dr. Matus Tomko; Professorin Ipek Yalcin
