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Anwendung quantitativer MRT Sequenzen: Bewertung der Oxygenierung und Perfusion sowie des potentiellen Einflusses auf die Hirnentwicklung bei Feten mit angeborenem Herzfehler

Antragstellerin Dr. Alina Priller
Fachliche Zuordnung Radiologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 582814536
 
Bei Neugeborenen mit angeborenem Herzfehler (CHD = congenital heart disease) können verglichen mit gesunden Kontrollen Unterschiede im Gehirn beobachtet werden. Vor noch nicht allzu langer Zeit ist man davon ausgegangen, dass diese Differenzen auf Komplikationen postnatal erfolgter Operationen zurückzuführen sind. Neuere Studien legen jedoch nahe, dass Anomalien im Gehirn bei Kindern mit CHD bereits intrauterin detektierbar sind. Es gilt heutzutage daher als nahezu gesichert, dass zumindest manche CHD - darunter die Transposition der großen Arterien (TGA) - bereits pränatal die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Pathophysiologisch ließe sich dies z.B. durch den verminderten kardialen Output und dadurch möglicherweise auftretende Störungen der Perfusion und Oxygenierung erklären. Die vorwiegend verwendete pränatale Untersuchungstechnik, der Ultraschall, kann morphologische Schäden sowie einen veränderten Fluss in der Arteria cerebri media detektieren, ist methodenbedingt jedoch limitiert, wenn es um eine präzisere Untersuchung des Gehirns geht. Allerdings muss davon ausgegangen werden, dass morphologische Veränderungen ein Zeichen bereits relativ weit fortgeschrittener Entwicklungsstörungen sind. Daher sind umfangreichere diagnostische Methoden nötig, um das fetale Gehirn adäquat evaluieren zu können. Die pränatale MRT wird hierbei als eine vielversprechende ergänzende Technologie angesehen, da sie neben der Darstellung neuroradiologischer Auffälligkeiten auch die Analyse des Gewebes auf einem quantitativen und mikrostrukturellen Level ermöglicht. Die insbesondere für die letztgenannten Fragestellungen notwendigen Sequenzen sind bei Erwachsenen bereits gut etabliert, in der fetalen Bildgebung sind bisher jedoch kaum Erfahrungen vorhanden. In diesem Projekt sollen bereits etablierte ebenso wie in der fetalen Bildgebung neu implementierte MRT Sequenzen genutzt werden, um die Entwicklung des Gehirns in Feten mit und ohne CHD zu vergleichen - insbesondere hinsichtlich der cerebralen Perfusion und Oxygenierung sowie der mikro- und makrostrukturellen Integrität. Übergeordnetes Ziel ist es, die pränatale Diagnostik zu verbessern: Idealerweise durch die Identifikation von prognostischen Parametern für eine Früherkennung cerebraler Anomalien und einer damit einhergehenden Optimierung des prä- und perinatalen Managements der betroffenen Patienten.
DFG-Verfahren Stipendium
Internationaler Bezug Frankreich
 
 

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