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T-Zell-basierte Ansätze zur Kontrolle von Autoimmunerkrankungen mit Epilepsie

Fachliche Zuordnung Klinische Immunologie und Allergologie
Experimentelle Modelle zum Verständnis von Erkrankungen des Nervensystems
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 583034287
 
Autoimmune limbische Enzephalitis und Rasmussen-Enzephalitis gelten als seltene bis sehr seltene Formen der autoimmunen Hirnentzündung bei Kindern und Erwachsenen, die mit epileptischen Anfällen und kognitiven/motorischen Beeinträchtigungen einhergehen. Aktuelle Erkenntnisse deuten darauf hin, dass beide Erkrankungen häufig zu einer irreversiblen, umschriebenen Hirnatrophie und Vernarbung mit schwerwiegender, therapieresistenter fokaler Epilepsie führen. Dieser Prozess wird hauptsächlich durch gegen Neurone und möglicherweise auch Astrozyten gerichtete T-Zell-Reaktionen vermittelt. Derzeit gibt es keine auf die T-Zell-Reaktionen beider Erkrankungen abgestimmte Therapieoption und auch insgesamt keine zugelassene Immuntherapie. Mitglieder des T-CARE-Konsortiums haben kürzlich Maus- und Rattenmodelle der autoimmunen limbischen Enzephalitis und der Rasmussen-Enzephalitis etabliert und publiziert. Alle diese Erkrankungen beinhalten T-Zell-vermittelte fokale Immunreaktionen im Gehirn. Das T-CARE-Konsortium wird enge Kooperationen zwischen Epileptologen und Immunologen aufbauen, einschließlich des Modelltransfers zur Validierung und Reproduktion der experimentellen Ergebnisse. Ziel ist es, für jedes Modell aussagekräftige und zuverlässige Daten zur Rolle der T-Zellen aus zwei unabhängigen Laboren zu gewinnen. Zudem wird das Konsortium die Effekte spezieller monoklonaler Anti-CD3-Antikörper, die nachweislich autoimmune T-Zell-Reaktionen dämpfen, auf die klinischen und paraklinischen Krankheitsmanifestationen in einem präventiven und therapeutischen Ansatz testen. Mit diesem großen Datensatz in 3 relevanten experimentellen Modellen werden wir die Weiterentwicklung des Ansatzes in enger Zusammenarbeit mit Sanofi, dem Anbieter von Teplizumab, einem rekombinanten monoklonalen Anti-CD3-Antikörper, der bereits für Kinder und Erwachsene mit T-Zell-vermitteltem Typ-1-Diabetes (T1D) zugelassen ist, anstreben und klinische Proof-of-Concept-Studien bei autoimmuner limbischer Enzephalitis und Rasmussen-Enzephalitis durchführen.
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Irland, Italien, Schweiz, Türkei
 
 

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