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Die vielfältigen Auswirkungen einer Ameiseninvasion auf Ökosystemprozesse und die Widerstandsfähigkeit des Ökosystems nach Maßnahmen zur Kontrolle invasiver Arten

Antragsteller Dr. Tiago Fernandes
Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 583885828
 
Biologische Invasionen stellen eine große Bedrohung für die globale Artenvielfalt dar. Unter den invasiven Organismen zählen Ameisen weltweit zu den schädlichsten Gruppen, da sie erhebliche Auswirkungen auf einheimische Ameisengemeinschaften, andere Invertebraten und sogar Vertebraten haben. Trotz zunehmender Belege für die ökologischen Auswirkungen invasiver Ameisen mangelt es nach wie vor an Studien, die ihre Auswirkungen auf Ökosystemprozesse quantifizieren, und empirische Feldversuche sind nach wie vor rar. Darüber hinaus können invasive Ameisen einheimische Arten und ganze ökologische Netzwerke erheblich stören, weshalb ihre Bekämpfung eine vorrangige Aufgabe des Naturschutzes darstellt. Die derzeitigen Ausrottungs- und Bekämpfungsprogramme können jedoch zu unklaren Resultaten führen und in einigen Fällen sogar sekundäre Invasionen durch ebenso oder noch schädlichere Arten begünstigen. In diesem Projekt werde ich die Auswirkungen invasiver Ameisen auf verschiedene Ökosystemprozesse untersuchen, darunter Samenausbreitung, Zersetzung, Herbivorie, Aasfresserei, Raub und Bestäubung. Außerdem werde ich die Wirksamkeit von Bekämpfungsmethoden bei der Wiederherstellung einheimischer Gemeinschaften und der Funktionsfähigkeit von Ökosystemen unter realen Feldbedingungen bewerten. Die Studie gliedert sich in zwei Arbeitspakete, die sich jeweils auf eine invasive Ameisenart konzentrieren. Im Arbeitspaket I werden Gebiete entlang der spanischen Küste untersucht, die von Linepithema humile (der Argentinischen Ameise) befallen sind, während im Arbeitspaket II Gebiete in Süddeutschland untersucht werden, die von Tapinoma magnum befallen sind. Die Untersuchung von zwei Arten mit unterschiedlicher Invasionsgeschichte und unterschiedlichen Lebensraumpräferenzen ermöglicht einen breiteren Einblick in verallgemeinerbare Mechanismen der Auswirkungen invasiver Ameisen, anstatt sich auf eine einzige Art oder einen einzigen Standort zu beschränken. Durch die Integration ökologischer Experimente mit Managementbewertungen möchte ich ein umfassendes Verständnis der Wechselwirkungen zwischen invasiven Ameisen, Bekämpfungsmaßnahmen und der Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen erlangen. Diese Erkenntnisse werden die Entwicklung wirksamerer Schutzstrategien und ökologischer Wiederherstellungsansätze unterstützen und letztlich zur Minderung der Auswirkungen und zur Erholung von Ökosystemen beitragen, die von nicht heimischen Ameisen betroffen sind.
DFG-Verfahren Stelle
 
 

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