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Repurposing von Medikamenten, Fortentwicklung der Darreichung und innovative chemische Ansätze zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit erblich bedingten Erkrankungen der Glykosylierung

Antragsteller Professor Dr. Uwe Kornak
Fachliche Zuordnung Endokrinologie, Diabetologie, Metabolismus
Humangenetik
Kinder- und Jugendmedizin
Pharmakologie
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 583957229
 
Kongenitale Störungen der Glykosylierung (CDG) sind eine heterogene Gruppe von etwa 200 Erkrankungen, die oft mit schweren neuroentwicklerischen Symptomen einhergehen. Als angeborene Stoffwechselstörungen werden sie in der Regel durch Defizite zellulärer Enzyme oder Transporter verursacht und führen zu Krankheiten durch Mangel oder Überangebot spezifischer Moleküle. Nur sehr wenige CDG sind behandelbar: Potenziell am besten geeignete Moleküle sind oft wasserlöslich oder instabil und erreichen nicht die wichtigen intrazellulären Kompartimente. RADICAL-CDG vereint ein paneuropäisches Netzwerk aus nationalen Schlüsselzentren für die Diagnose, Forschung und Betreuung von CDG-Patienten und pflegt gleichzeitig enge Partnerschaften mit Patientenorganisationen. Neben der Entwicklung neuer therapeutischer Strategien mithilfe von Zell-, Organoid- und Tiermodellen wird es das Leben von CDG-Patienten durch Inklusion und besseren Zugang zu glaubwürdigen, aktuellen Informationen über den Forschungsfortschritt verbessern. Das Projekt setzt auf drei komplementäre wissenschaftliche Ansätze: (i) Medikamenten Repurposing, (ii) pathophysiologiebasierte Medikamentenentwicklung und (iii) innovative Methoden der Arzneimittelverabreichung, sowie (iv) einen strategischen Rahmen für die Einbindung von Patientenorganisationen. Die Forschung konzentriert sich auf folgende CDG-Typen: 1. PMM2-CDG (≈50 % der CDG-Fälle): Hier werden Nanopartikel-basierte Arzneimittelabgabesysteme und Therapien zur Bekämpfung von oxidativem Stress, einem zentralen pathologischen Merkmal, erforscht. 2. Neutropenie bei G6PC3- und G6PT-Mangel (sekundäre CDG): Derzeit mit SGLT2-Hemmern behandelt, könnte der Einsatz von SGLT5-Hemmern eine bessere Wirksamkeit bieten. 3. NANS-CDG: Verursacht durch gestörte Sialsäuresynthese, werden synthetische Sialsäureanaloga und Strategien zur Reduzierung toxischer Zwischenprodukte evaluiert. 4. Defekte der Dolichol-Synthese: Es werden Ansätze zur Supplementierung fehlender Dolichole und zur Reduzierung der Akkumulation toxischer Polyprenole getestet. 5. GORAB-bedingte Gerodermia osteodysplastica: Hier wird das Repurposing eines Antikörpers erprobt, der bei Altersosteoporose den Knochenaufbau fördert
DFG-Verfahren Sachbeihilfen
Internationaler Bezug Belgien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Tschechische Republik
 
 

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