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Geographien ökonomischer Ideation und räumlicher Transformation
Antragsteller
Dr. Tim Rottleb
Fachliche Zuordnung
Humangeographie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 583973736
Das Netzwerk „Geographies of Economic Ideation and Spatial Transformation" (GEIST) knüpft an die aktuell aufkommende Debatte zur sogenannten ideationalen Wirtschaftsgeographie an und soll dazu beitragen, diese als eigenständiges, international sichtbares Forschungsfeld zu etablieren und eine gemeinsame Forschungsagenda zu formulieren. GEIST soll den Grundstein für Forschung legen, die untersucht, wie Ideen, Narrative, Werte und Zukunftsbilder wirtschaftliche Entwicklung und räumlichen Wandel prägen. Im Zentrum steht die Frage, wie solche ideationalen Kategorien Transformationsprozesse in unterschiedlichen wirtschaftlichen Räumen wie etwa Regionen, Städten und globalen Produktionsnetzwerken anstoßen, lenken oder auch blockieren, und wie wir dies untersuchen können. GEIST geht davon aus, dass sich aktuelle tiefgreifende gesellschaftliche Umbrüche, wie etwa Digitalisierung, sozial-ökologische Transformation, oder (Re-/De-)Globalisierungsprozesse, nicht allein durch materiell-strukturelle Faktoren wie Investitionen, Infrastruktur oder ökonomische Gesetzmäßigkeiten erklären lassen. Ebenso wichtig sind kollektiv geteilte Vorstellungen darüber wie die Welt funktioniert oder in Zukunft funktionieren sollte, sowie Deutungen von Krisen und Chancen, die politische Entscheidungen, Unternehmensstrategien und Alltagspraktiken leiten, und die gleichzeitig in gesellschaftlich und historisch spezifischen politisch-ökonomischen Verhältnissen verhaftet sind. Solche ideellen Dimensionen sind bislang in der Wirtschaftsgeographie nur punktuell und begrifflich uneinheitlich erschlossen. Das Netzwerk bündelt daher führende und aufstrebende Forschende aus dem deutschsprachigen Raum und internationalen Partnerinstitutionen, um diese Ansätze systematisch weiterzuentwickeln. In fünf thematisch aufeinander abgestimmten Workshops werden erstens grundlegende theoretische und erkenntnistheoretische Positionen geklärt, zweitens zentrale Konzepte wie Imaginationen, Narrative und Visionen geschärft und operationalisiert und drittens geeignete qualitative und quantitative Methoden zur empirischen Analyse ideeller Prozesse entwickelt. Mit Cottbus und Esch an der Alzette (Luxemburg), ermöglicht durch die institutionelle Anbindung der beiden Antragstellenden, finden zwei der Workshops zudem auch an Orten statt, die selbst tiefgreifende Transformationen durchmachen oder durchgemacht haben. Konkrete Ergebnisse umfassen ein Special Issue in einer führenden Fachzeitschrift, spezialisierte Konferenz-Sessions, die Vorbereitung einer DFG-Forscher*innengruppe sowie – optional – eine internationale Abschlusskonferenz. Damit leistet GEIST einen Beitrag dazu, Transformationen besser zu verstehen und wissenschaftlich fundierte Orientierung für Politik und Zivilgesellschaft bereitzustellen.
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