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Untersuchung der biologischen Mechanismen der Schizophrenie anhand großangelegter Genomikstudien

Antragstellerin Dr. Alice Braun
Fachliche Zuordnung Biologische Psychiatrie
Bioinformatik und Theoretische Biologie
Medizininformatik und medizinische Bioinformatik
Förderung Förderung seit 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 584467989
 
Schizophrenie ist eine schwere neuropsychiatrische Erkrankung mit hoher Erblichkeit, die durch Störungen des Denkens, Wahrnehmens, Fühlens und Sozialverhaltens gekennzeichnet ist. Das geplante Projekt zielt darauf ab, unser Verständnis der Entstehung dieser Erkrankung zu erweitern, indem der bislang größte Datensatz genetischer Informationen analysiert und genomische Regionen identifizieren soll, die zum Erkrankungsrisiko beitragen. Der erste Teil des Projekts (Work Package 1) konzentriert sich darauf, genetische Unterschiede zu identifizieren, die das Risiko erhöhen, an Schizophrenie zu erkranken. Hierzu werden die Genome von etwa 140.000 betroffenen Personen mit denen nicht betroffener Kontrollpersonen in zahlreichen Einzelstudien verglichen, deren Ergebnisse anschließend in einer Meta-Analyse zusammengeführt werden. Alle Daten werden mithilfe standardisierter Qualitätskontrollen und Analyseverfahren verarbeitet. Die Studie umfasst Personen unterschiedlicher genetischer Abstammung, darunter europäische, ostasiatische, afrikanische, lateinamerikanische und südostasiatische Populationen. Im zweiten Teil des Projekts (Work Package 2) werden die Ergebnisse aus WP1 genutzt, um spezifische genetische Varianten und die Gene, die innerhalb der identifizierten Regionen liegen und zum Erkrankungsrisiko beitragen, zu bestimmen. Genomweite Studien zeigen lediglich breite Assoziationsbereiche auf, daher sind Folgeanalysen mithilfe spezialisierter computergestützter Methoden erforderlich, um die konkreten Risikogene und Varianten zu identifizieren. Neu entwickelte statistische Methoden priorisieren die wahrscheinlichsten Effektor-Gene, und die Ergebnisse werden mit Datenbanken zu biologischen Pathways kombiniert, um die zugrunde liegenden biologischen Mechanismen der Krankheitsentstehung besser zu verstehen. Das Projekt wird eine zentrale Ressource für die Schizophrenie-Genetik schaffen und eine wertvolle Grundlage für zukünftige Laborstudien sowie die Entwicklung neuer Therapeutika darstellen.
DFG-Verfahren Stipendium
Internationaler Bezug USA
 
 

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