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Bewegung bei Demenz: Verkörperung-Umwelt-Geist
Antragsteller
Dr. Erik Norman Dzwiza-Ohlsen
Fachliche Zuordnung
Theoretische Philosophie
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Förderung
Förderung seit 2026
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 586298662
Das Ziel des Netzwerks ist, das dynamische Zusammenspiel von Geist, Körper und Umwelt bei Demenz aus einer bewegungsbasierten Perspektive zu untersuchen. Demenzerkrankungen zählen weltweit zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen. Angesichts globaler demografischer Veränderungen, fehlender wirksamer Therapien und steigender sozioökonomischer Kosten sind umfassende Perspektiven erforderlich, die der Komplexität dieser Erkrankungen gerecht werden. Wir beabsichtigen das gesamte Spektrum von Bewegung zu erforschen, indem wir Ebenen (Geist, Körper, Umwelt), Disziplinen (Philosophie, Kognitionswissenschaft, Medizin) und Anwendungsbereiche (Prävention, Therapie, Pflege) im Rahmen des embodied and embedded mind in motion integrieren. Die Wechselwirkung unterschiedlicher Formen von Bewegung, die von uns als inhärent verkörpert und umweltlich eingebettet verstanden werden, eröffnet innovative Forschungsfragen: Was bedeutet es, klassische kognitive Domänen wie Gedächtnis, Orientierung, Sprache oder Denken aus der Perspektive von Bewegung neu zu denken? Wie lassen sich objektiv messbare und subjektiv erlebte Dimensionen von Bewegung über verschiedene Stadien der Demenz hinweg integrieren? Welche Konzepte, Theorien und Methoden sind notwendig, um zentrale Defizite der aktuellen Demenzforschung zu adressieren? Wie können Einsichten in die verkörperte und umweltlich eingebettete Natur des menschlichen Geistes in die klinische und pflegerische Praxis übersetzt werden? Und wie lässt sich die Umwelt durch Kunst, Design und Architektur so gestalten, dass der grundlegenden Rolle von Bewegung für Gesundheit und Wohlbefinden Rechnung getragen wird? Strategisch verfolgt das Netzwerk das Ziel, einen interdisziplinären Rahmen für bewegungsbasierte Ansätze in der nicht-pharmakologischen Demenzforschung zu etablieren. Das Netzwerk ist in der phänomenologischen Philosophie verankert und bringt diese Perspektive in einen systematischen Dialog mit empirischer Spitzenforschung und bewegungsbasierten Praxisfeldern. Über drei Jahre hinweg kommen in vier Workshops führende nationale und internationale Wissenschaftler:innen zusammen, um gemeinsam drei eng verbundene Zielbereiche zu bearbeiten: (1) Wissenschaftliche Innovation: Entwicklung und Anwendung eines bewegungsbasierten Paradigmas der Demenz, das verkörperte und eingebettete Ansätze integriert; (2) Kollaborative Kompetenz: Integration interdisziplinärer und transdisziplinärer Expertise aus Philosophie, empirischer Forschung und bewegungsbasierten Praktiken. (3) Gesellschaftliche Wirkung: Schaffung institutioneller und praktischer Pfade, um Forschungsergebnisse in klinische, pflegerische, architektonische und politische Kontexte zu übertragen. Das Netzwerk plant vier Publikationsformate, um Disziplinen und Bereiche zu erreichen: Sammelband, Special Issue, Open-Access-White Paper und Policy Brief. Das Netzwerk schafft die Grundlage für die Beantragung weiterführender Förderformate.
DFG-Verfahren
Wissenschaftliche Netzwerke
Mitverantwortlich
Professor Dr. Gerd Kempermann
