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Komplexe Netzwerke in den Kunstwissenschaften - Beispielanwendungen zur Etablierung eines Forschungszweiges
Antragsteller
Dr. Maximilian Schich
Fachliche Zuordnung
Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Kunstgeschichte
Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Kunstgeschichte
Förderung
Förderung von 2008 bis 2012
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 98915558
In den Altertums- und Kunstwissenschaften sind in den letzten 60 Jahren eine Reihe von großen Datenmengen entstanden, anhand derer, unabhängig von vorausgesetzten Konzepten wie traditionellen Epochenbezeichnungen oder zu spezialisierter Forschung, ein völlig neues Gesamtbild gezeichnet werden kann. Schlüsselphänomene und Methoden wie die Entwicklung des Kanons von Themen, die Genese von Bildmotiven (Memnosyne) oder die (ikonographische) Klassifikation sind in diesen Datenmengen als komplexe Netzwerke vorstellbar, die in ein noch größeres multipartites und multivariates Netzwerk eingeschrieben sind, das sowohl Objekte, Personen, Orte, Zeitbereiche und Kombinationen dieser Dimensionen enthält. Die exemplarische Untersuchung relevanter Eigenschaften und Dynamiken dieser Netzwerke verbindet bewusst naturwissenschaftliche Methoden mit kunsthistorischer Expertise und beruht auf aktiver Zusammenarbeit mit Physikern, Sozialwissenschaftlern, Systembiologen, usw. – Konkrete Untersuchungsgegenstände sind eine Auswahl von Bibliotheks-, Forschungs-und Bilddatenbanken aus Archäologie und Kunstgeschichte, wie Sie zum Beispiel durch die Bibliotheca Hertziana in Rom und die Stiftung Archäologie in München zugänglich gemacht werden. Hauptziel für die Kunstwissenschaften ist eine mikro- wie makroskopische Kartierung der Gegenstände und Bereiche der betroffenen Fächer. Die neu entwickelten naturwissenschaftlichen Analysemethoden liefern zudem eine Evaluationsgrundlage für geisteswissenschaftliche Datenbankprojekte. Darüber hinaus ist die Studie ein Modellfall für ähnliche Untersuchungen im wachsenden Giant Global Graph des Semantic Web. Das im Rahmen einer Einladung durch Prof. Albert-László Barabási begonnene Projekt, läuft bis März 2011 und wird derzeit durch ein DFG Forschungsstipendium finanziert. Es bildet die Basis zur Gründung einer selbstständigen Forschergruppe die den neu geschaffenen Fachbereich weiter vorantreiben soll.
DFG-Verfahren
Forschungsstipendien
Internationaler Bezug
USA
Gastgeber
Professor Albert-László Barabási, Ph.D.
