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Interdisziplinäres Forschungsprojekt zu hydraulischen Mörteln auf dem Palatin, Rom
Antragstellerin
Dr. Andrea Schmölder-Veit
Fachliche Zuordnung
Klassische, Provinzialrömische, Christliche und Islamische Archäologie
Förderung
Förderung von 2013 bis 2015
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 231043333
Während sich zahlreiche Untersuchungen mit Mörteln der frühen Kaiserzeit und des 1. Jhs. n. Chr. beschäftigen, sind solche Forschungen für das 2. Jh. n. Chr. selten. Das beantragte Vorhaben hat zum Ziel, dieses Desiderat der Forschung für die hydraulischen Mörtel einzulösen. Dafür kann auf umfangreiches Probenmaterial zurückgegriffen werden, das sich im Besitz der Antragstellerin befindet. Es wurde von ihr während eines erfolgreich abgeschlossenen Forschungsprojektes entnommen und umfasst 35 Mörtelproben aus sechs Wasseranlagen des Gartenstadions und der Domus Severiana. Bei den Anlagen handelt es sich zumeist um monumentale Nymphäen, die sich als konstituierende Schmuckarchitekturen in nahezu jedem Teil des Palastes finden. Die Proben entstammen den relevanten Mörtelschichten, die während der archäologischen Untersuchungen vor Ort der Errichtung oder den Umbauten der Monumente zugewiesen werden konnten. Das beantragte Forschungsvorhaben gliedert sich in zwei Fragenkomplexe: 1. Um möglichst viele Erkenntnisse über die Beschaffenheit der einzelnen Mörtel zu gewinnen, z. B. zum Einfluss, den die unterschiedlichen Bestandteile auf die Funktion und die Qualität der Mörtel hatten, werden verschiedene naturwissenschaftliche Untersuchungsmethoden kombiniert. Aus archäologischer Sicht interessiert in diesem Zusammenhang besonders die genaue Bestimmung der Puzzolane, die den caementa zu ihren hydraulischen Eigenschaften verhalfen. Mit den zu erwartenden Ergebnissen kann festgestellt werden, auf welche bestehenden Technologien für die hydraulischen Mörtel auf dem Palatin zurückgegriffen wurde oder ob möglicherweise neue Verfahren entwickelt wurden.2. Ein weiteres Ergebnis der Probenanalysen, nämlich die Gruppierung von Mörteln gleicher Machart, bildet eine wesentliche Voraussetzung für die Datierung der Mörtel und soll mit den archäologischen Untersuchungsergebnissen verknüpft werden. Ziel ist es, eine relative Chronologie der Mörtelgruppen zu erstellen und mögliche Anhaltspunkte für absolute Datierungen zu gewinnen. Für die Nymphäen im Gartenstadion und in der Domus Severiana ist zu erwarten, dass über die Mörtelgruppen die Errichtung und auch Umbauten der Nymphäen erstmals zeitlich eingegrenzt werden können. Abgesehen von diesem, für die archäologische Erforschung des Palatin entscheidenden Aspekt des beantragten Forschungsvorhabens ist die Datierung der caementa von großer Bedeutung für die Frage nach einer chronologischen Entwicklung der römischen Mörteltechnik, insbesondere für Monumente, die im Auftrag des Kaisers errichtet wurden.Mit dem beantragten Vorhaben soll erstmals ein interdisziplinäres Projekt dieser Art, das ein Desiderat der Erforschung antiker hydraulischer Mörtel darstellt, durchgeführt werden. Die vielschichtigen Fragestellungen werden in enger Zusammenarbeit von Wissenschaftlern der Klassischen Archäologie, der Restaurierung sowie der Geologie erarbeitet.
DFG-Verfahren
Sachbeihilfen
