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Innerbiblische Schriftauslegung in den Erzähltexten des Pentateuch

Fachliche Zuordnung Evangelische Theologie
Förderung Förderung von 2014 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 250170724
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt zielte darauf, sogenannte innerbiblische Auslegungsprozesse innerhalb der erzählenden Texte des Pentateuch, der sog. Fünf Bücher Mose, auf ihre exegetischen Techniken, hermeneutischen Hintergründe und theologischen Intentionen hin zu untersuchen und zu klassifizieren. Dabei verfolgte das Projekt gleichermaßen methodisch ausgerichtete Fragen wie solche der konkreten Textanalyse vor dem Hintergrund der aktuellen Pentateuchforschung. (a) In der gegenwärtigen alttestamentlichen Wissenschaft hat die Rede von „innerbiblischer Schriftauslegung“ Hochkonjunktur. Besonders die Frage nach der Definition von „Auslegung“ bleibt dabei aber oft unbeantwortet. Im Rahmen der Projektarbeit wurde vorgeschlagen, die an bereits bestehenden Texten orientierte Textproduktion als „schriftgelehrte Fortschreibungs- und Auslegungsprozesse“ zu bezeichnen. Während mit dem weit gefassten Fortschreibungsbegriff in erster Linie auf Techniken der Textproduktion abgezielt ist, zielt der Begriff der Auslegung auf die hinter den Techniken rekonstruierten Intentionen im Fortschreibungsprozess. Um die inhaltliche (im Unterschied zur formalen) Textbindung weiterführend systematisieren zu können, wurde vorgeschlagen, zwischen primär textextern motivierten, im weitesten Sinne an der Lebenswelt der Autoren und Rezipienten orientierten, und primär textintern motivierten, im weitesten Sinne an der Textwelt der Autoren und Rezipienten orientierten, Fortschreibungs- und Auslegungsprozessen zu differenzieren. (b) Die Arbeit wurde anhand von konkreten Textanalysen durchgeführt, deren Ergebnisse in zwei Monographien, einem international ausgerichteten Sammelband und zahlreichen Publikationen in Zeitschriften, Sammelbänden sowie online zugänglich sind. Der Abschluss einer weiteren Qualifikationsschrift steht voraussichtlich für 2025 an. Innerhalb der erzählenden Texte des Pentateuch fokussierte das Forschungsprojekt die vergleichsweise späten Texte der Bücher Exodus, Leviticus und Numeri und darin besonders die Verhältnisbestimmung von nicht-priesterlichen und priesterlichen Texten sowie die Stratifizierung der priesterlichen Texte. Anhand der Erzählungen von Israels Murren in der Wüste in den Büchern Exodus und Numeri (Ex 15,22-27; 16; 17,1-7; Num 11,1-3; 11,4-35; 12; 13-14; 16-17; 20,1-13; 21,4-9), anhand der Erzählungen von der Installation von Priesterdienst und Kult in Lev 8-10 sowie anhand der Erzählungen von der Erscheinung der Herrlichkeit YHWHs in Ex 16; 24; 29; 40; Lev 9; Num 14; 16-17; 20,1-13 konnte gezeigt werden, dass und wie Auslegung und deutende Aneignung der biblisch gewordenen Texte kein erst nachbiblisches Phänomen, sondern bereits prägend für Entstehungs- und Kanonisierungsprozesse der Texte selbst sind. Redaktionsgeschichtlich bestätigen die Analysen die Tendenz der aktuellen Forschung, in (Genesis und) Exodus mit einer Kombination eines Quellen- (Priesterschrift) und Fragmentenmodells sowie für die jüngeren Texte darin mit einem Fortschreibungsmodell zu rechnen, in Leviticus und Numeri dagegen hauptsächlich mit einem Fortschreibungsmodell.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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