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The impact of social identity integration on well-being, performance, and information behavior

Subject Area Social Psychology, Industrial and Organisational Psychology
Developmental and Educational Psychology
Term from 2016 to 2023
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 319447569
 
Final Report Year 2022

Final Report Abstract

Im vorliegende Forschungsprojekt wurde das intrapersonalen Diversity Management von Menschen, die mehrere soziale Identitäten besitzen, untersucht. Dabei wurde erforscht, inwiefern die sog. Identitätsintegration den Einfluss von Erlebnissen verändert, die auf Basis einer einzelnen sozialen Identität (z.B. Gender, kulturelle Zugehörigkeit) gemacht werden. Unter Identitätsintegration versteht man eine Relation zwischen sozialen Identitäten im Selbstkonzept, bei der trotz Unterschiedlichkeit der sozialen Identitäten abstrakte Gemeinsamkeiten bestehen. Vorherige Forschung hatte gezeigt, dass die Konsequenzen von identitäts-spezifischen Erfahrungen abgepuffert werden können durch alternative soziale Identitäten. Andere Forschungsbefunde sprachen aber dafür, dass nur unabhängige soziale Identitäten den Effekt von identitäts-spezifischen Erfahrungen reduzieren können. Soziale Identitäten, die stark im Selbstkonzept integriert sind, sollten aber miteinander assoziiert sein und sich folglich gegenseitig aktivieren. Basierend auf Befunden zum personalen Selbstkonzept wurde deshalb angenommen, dass eine hohe Identitätsintegration ein Einfallstor für sog. Spill-over-Effekte sein kann: Bei hoher (nicht aber bei niedriger) Identitätsintegration wurde vorhergesagt, dass sich identitäts-spezifische Erlebnisse auch auf alternative Identitäten auswirken, und als Konsequenz das Wohlbefinden stärker beeinflussen. Mehrere Studien im Kontext von Gender- und Berufsidentität konnten wie erwartet zeigen, dass der Einfluss Gender-basierter Erlebnisse sich stärker auf das allgemeine Wohlbefinden auswirkt, wenn Gender- und Berufsidentitäten hoch (statt niedrig) integriert sind. Dieser Effekt wirkt sich bei positiven Erlebnissen günstig aus, bei negativen Erlebnissen leidet das Wohlbefinden stärker unter den Erlebnissen durch die Identitätsintegration. Zusätzlich wurden im Projekt die identitätsspezifischen Maße gruppenbasierter Affekt und kollektiver Selbstwert erfasst. Hier wirkten sich wie erwartet gender-spezifische Erlebnisse direkt auf gender-basierten Affekt und Selbstwert aus, während sie sich nur bei hoher (nicht niedriger) Identitätsintegration auch auf berufs-spezifischen Affekt und Selbstwert auswirkten. Überraschend zeigte sich im Verlauf des Projekts das Maß der Identitätsintegration, erfasst über (abstrakte und konkrete) Distanzen zwischen den sozialen Identitäten, als weniger robust als aufgrund der Vorstudien erwartet. Deshalb wurde in späteren Studien das Maß der Identitätsintegration durch indirekte Maße der gegenseitigen Aktivierung zwischen den Identitäten ersetzt. Ersten Analysen zeigen Potential für weitere Studien. In einer weiteren Studie wurde die situative Manipulierbarkeit der gegenseitigen Aktivierung durch einen Fokus auf Gemeinsamkeiten / Unterschiede zwischen zwei kulturellen den Identitäten untersucht. Die Daten dieser Studie sprechen gegen eine kurzfristige Veränderbarkeit der Identitätsintegration zwischen den Identitäten. Zukünftige Forschung sollte hier noch unterschiedliche Paradigmen nutzen, um das Potential der Veränderbarkeit besser einschätzen zu können. Die Befunde aus dem Projekt zeigen insgesamt aber, dass die Ergebnismuster nicht einfach, d.h. für jedes beliebige Ereignis oder für jede Identitäts-kombination, replizierbar sind. Das unterstreicht, dass der Kontext der Identitäten, die Reichweite des Ereignisses sowie die Interdependenz der Identitäten zusätzliche Faktoren sind, die in zukünftigen Forschungsaktivitäten näher untersucht werden sollten. Insgesamt leistet das Forschungsprojekt einen Beitrag zu einem besseren Verständnis der Auswirkungen des komplexen Zusammenspiels aus identitäts-spezifischen Erlebnissen und des interpersonalen Diversity Managements in einer heterogenen sozialen Welt.

 
 

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