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Infrastrukturen, infrastrukturelle Zusammenarbeit und die Kontinuität in der europäischen Integration: Der Europäische Post- und Fernmeldeverein

Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 323111632
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt EUROPTT beschäftigte sich im Kern mit dem Europäischen Post- und Fernmeldeverein, der 1942 in Wien unter Führung des nationalsozialistischen Deutschlands und des faschistischen Italiens gegründet wurde. In zwei Promotionsprojekten wurde ein Fokus auf die Post wie auf die Telekommunikation gelegt. Über Workshops wurde ein Vergleich mit anderen Infrastrukturen, wie Autobahnen, Brücken und der Schifffahrt gezogen. Ziel war es, einen Blick auf einen bisher eher vernachlässigten Aspekt des Zweiten Weltkrieges zu werfen: Grenzüberschreitende Kooperation im Zweiten Weltkrieg. Damit widerspricht das Projekt der Darstellung, dass der Zweite Weltkrieg eine Beendigung internationaler Zusammenarbeit zur Folge hatte und ordnet sich in die Forschungen zum faschistischen Internationalismus ein. Auch wenn die zwei Begriffe Faschismus und Internationalismus grundsätzlich erst einmal Gegensätzlich erscheinen, war sowohl dem Deutschen Reich wie auch Italien die Wichtigkeit internationaler Plattformen bewusst. In deutschen Kreisen sprach man auch von einer „Neuordnung Europas“. Darin reiht sich die Gründung des Europäischen Post- und Fernmeldevereins ein. Dieser begann nach seiner Gründung im Oktober 1942 im April 1943 mit seiner Arbeit. Dabei lag der Fokus auf einheitlichen Gebühren für Post und Telekommunikation sowie der Wegfall von Mehrkosten für den internationalen Postdienst (Transitgebühren) – nach deutschem Vorbild. Mitgliedsstaaten waren neben Deutschland und Italien 13 weitere Länder, die alle von den beiden Achsenmächten besetzt oder abhängig waren. Mit der Kapitulation von Italien im September 1943 endeten de facto die weiteren Bemühungen, Post und Telekommunikation in Europa nach deutschen Vorstellungen zu vereinheitlichen. Von deutscher Seite wurde noch ein Kongress der Mitgliedsstaaten im Oktober 1944 angesetzt, dieser musste allerdings wieder abgesagt werden. Mit Ungarn trat zu Beginn 1946 das letzte Land offiziell aus dem Verein aus. Innerhalb des Postwesens war Deutschland in einer Vormachtstellung, was zu deutlichen Konflikten mit den italienischen Partnern führte. Im Prinzip war die Idee für das „neue Europa“ des Postwesens das deutsche Postgebiet mit seinen Regeln auszuweiten, was als imperial angesehen werden kann. So wurde Wien (zu diesem Zeitpunkt eine deutsche Stadt) zum Hauptsitz des Vereins, die Reichsmark zur Referenzwährung und die deutschen Portos zu den europäischen. Diese Macht in Europa sollte in der Nachkriegszeit auch genutzt werden, um im Weltpostverein die französische und britische Macht zu begrenzen. Im Vergleich mit der Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg können viele Ähnlichkeiten festgestellt werden. Diese beziehen sich auf Inhalte, Personen und Organisationsformen – was sich änderte waren vor allem die politischen Vorzeichen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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