Detailseite
Projekt Druckansicht

Aktuelle europäische Binnen- und Flüchtlingsmigration nach Deutschland: Zuzugsprozesse und frühe Integrationsverläufe

Fachliche Zuordnung Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 326921298
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des ENTRA-Projekts war die Beschreibung und Analyse der frühen Integrationsverläufe von Neuzuwanderern nach Deutschland. Das Projekt baute hinsichtlich Forschungsdesign und inhaltlichen Schwerpunkten auf dem Norface-Vorgängerprojekt SCIP auf (Socio-cultural Integration Processes among New Immigrants in Europe), in dessen Rahmen vor ca. 10 Jahren Neuzuwanderer aus der Türkei und Polen befragt wurden. Dessen Zielpopulation wurde auf Geflüchtete aus Syrien und hochqualifizierte Europäer aus Italien ausgedehnt, die während des Projektzeitraums ebenfalls eine wichtige Rolle im Zuzugsgeschehen nach Deutschland spielten. Wenngleich die Finalisierung der Daten und die entsprechenden Auswertungen gerade erst begonnen haben, liefern die bisherigen Analysen der durch das Projektteam erhobenen Surveydaten eine Fülle empirischer Befunde. Neben der Veränderung der Zusammensetzung der Zuzugskohorten über die Zeit sowie der Untersuchung der frühen Integrationsverläufe im Bereich der Sprachkenntnisse, der Arbeitsmarktintegration, der Identität und Religiosität, der Diskriminierungswahrnehmung und der Bleibeabsicht, ermöglichen sie besonders innovative Analysen von bislang in der Integrationsforschung wenig beachteten Aspekten. Erstens ist es durch den Vergleich der SCIP- und der ENTRA-Daten möglich, den Einfluss der Pandemie auf das Integrationsgeschehen zu analysieren. Hierzu können auf der Grundlage sogenannter Matching-Verfahren "Zwillingspaare" von in SCIP und ENTRA Befragten gebildet und im Hinblick auf ihre frühen Integrationsverläufe miteinander verglichen werden. Erste Analysen zeigen, dass die Pandemie die Integration in verschiedenen Bereichen verlangsamt, in anderen (etwa dem politischen Interesse) aber auch beschleunigt hat. Zweitens wurden im Rahmen des ENTRA-Projekts detaillierte Angaben zu den Herkunftsregionen der Befragten erhoben. So lässt sich erstmals der Zusammenhang zwischen der Bildungsselektivität der Ausgewanderten im Vergleich zur nicht gewanderten Bevölkerung erheben und deren Auswirkungen auf Integrationsprozesse untersuchen. Drittens wurden bei der Befragung bislang für den deutschen Kontext kaum verfügbare Angaben zur physischen Sichtbarkeit der Befragten auf Individualebene erhoben. Dies ermöglicht es, die Auswirkungen phänotypischer Differenz (etwa durch einen dunkleren Skin Tone oder das Tragen eines Kopftuchs) auf wahrgenommene Akzeptanz und faktischen Integrationserfolg zu untersuchen. Die Daten werden derzeit in mehreren Dissertationen der Projektmitarbeitenden sowie in Publikationen der PIs verwendet und über GESIS anderen interessierten Forschenden zugänglich gemacht.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung