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Wahrnehmung und Erfolg von transformationalem Führungsverhalten hängen von den politischen Fertigkeiten der Mitarbeitenden ab

Fachliche Zuordnung Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 339154438
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Politische Fertigkeiten beschreiben das soziale Geschick einer Person am Arbeitsplatz. Dadurch sind Mitarbeitende in der Lage, Situationen und Interaktionen einzuschätzen, positiver interpersonaler Beziehungen aufzubauen, Netzwerke zu bilden und zu pflegen, und in ihrer Darstellung als authentisch wahrgenommen zu werden. Im Rahmen des Projektes sollte untersucht werden, inwiefern politische Fertigkeiten Mitarbeitenden helfen, das transformationale Führungshandeln der Vorgesetzten besser zu verstehen und einordnen zu können. Zudem sollten politische Fertigkeiten helfen, das wahrgenommene Führungsverhalten in effektiveres Arbeitsverhalten umzusetzen. Ergebnisse mehrerer quasi-experimenteller Studien zeigten jedoch, dass politisch geschickte Personen transformationale Führung nicht adäquater einschätzen können, sondern dieses tendenziell und unabhängig vom präsentierten Verhalten im Hinblick auf transformationales Führungsverhalten überschätzten. Im Rahmen weiterer Studien wurden daher Erklärungsmechanismen untersucht. Hierbei konnte gezeigt werden, dass politisch geschickte Personen nicht nur eine höhere situative Selbstwirksamkeitserwartung haben, sondern zudem auch ihre Führungskraft als instrumenteller für die eigene Zielerreichung wahrnehmen und daher als transformationaler wahrnehmen. Durch die Zuschreibung positiven Führungsverhaltens erschaffen diese Personen eine Arbeitsumgebung, die für sie förderlich sein kann. Ergebnisse einer weiteren Feldstudie in Bezug auf Arbeitsverhalten, dass Beurteilungen transformationaler Führung den Zusammenhang zwischen politischen Fertigkeiten und den Einflusstaktiken „Einschmeicheln“ und „höhere Instanzen einschalten“ partiell vermittelte, dieser Effekt jedoch nicht für "Blockieren" oder "Rationalität" gezeigt werden konnte. Die Ergebnisse des Projektes zeigen somit, dass Führungsinterkationen durch Personen-Einflussfaktoren an Komplexität gewinnen und intendierte Führungsverhalten nicht zwingend als solche wahrgenommen und umgesetzt werden, sondern strategisch für Einflussnahmen genutzt werden könnten

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Can the Political Skill Inventory be used in Indonesia? A comparison of U.S. and Indonesian samples. Poster presentation at the 11. Fachgruppentagung AOW-Psychologie in Braunschweig, September 25-27, 2019.
    Bedingfield, I. & Wihler, A.
  • Social Projection or Perception? How Political Skill Affects Ratings of Transformational Leadership. Presentation at the 2020 Southern Management Association Annual Meeting in St. Pete Beach/USA, October 20-24, 2020.
    Wihler, A., Frieder, R. & Bedingfield, I.
  • Social Projection or Perception? How Political Skill Affects Ratings of Transformational Leadership. Eingeladener Vortrag bei der Universität Bielefeld, 21.01.21.
    Wihler, A.
  • Soziale Wahrnehmung oder soziale Projektion? Wie politische Fertigkeiten die Beurteilung transformationaler Führung beeinflussen. In A. Pundt und A. Wihler (Leitung), Effektive Führung – eine Frage von Kognitionen und Urteilsprozessen?. Symposiumspräsentation auf der 12. Tagung der DGPs-Fachgruppen Arbeits-, Organisations- und Wirtschaftspsychologie sowie Ingenieurspsychologie in Chemnitz, 22.-24. September, 2021.
    Wihler, A., Frieder, R. & Bedingfield, I.
 
 

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