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SPP 1319:  Biological Transformations of Hydrocarbons in the Absence of Oxygen

Fachliche Zuordnung Medizin
Biologie
Chemie
Förderung Förderung von 2008 bis 2017
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 36065184
 
Kohlenwasserstoffe umfassen die wichtigsten Energieträger für den Menschen und dienen als bedeutende Rohstoffe für die chemische Industrie (Erdöl, Erdgas, Kohle, Methanhydrate).
Allerdings stellen sie aufgrund der Verbreitung, Persistenz und Toxizität vieler ihrer Verbindungen auch eine ökologisch brisante Stoffklasse dar. Im letzten Jahrzehnt wurde deutlich, dass Stoffwechselreaktionen in anoxygenen Bereichen von erheblicher Bedeutung für den globalen Kohlenstoffkreislauf im Allgemeinen und für Bildung/Abbau von Kohlenwasserstoffen im Besonderen sind. Die für die meist sehr langsamen Transformationen von Kohlenwasserstoffen notwendige Aktivierung der reaktionsträgen C-H-Bindung in aliphatischer, olefinischer und aromatischer Umgebung ohne Hilfe von molekularem Sauerstoff scheint nach biochemischen Prinzipien zu verlaufen, die in der Natur einzigartig sind.
In den vergangenen Jahren wurden entscheidende Fortschritte in Einzeldisziplinen des Forschungsgebiets erzielt:
(1) die Entdeckung und Isolierung von anaeroben Bakterien mit zuvor unbekannten Stoffwechselleistungen,
(2) die Sequenzierung der ersten Genome anaerober Kohlenwasserstoff-Abbauer,
(3) Fortschritte in den Teildisziplinen Ökophysiologie/Biogeochemie (z.B. in-situ-Charakterisierung von Stoffwechselleistungen/Stoffkreisläufen, Isotopen-Biogeochemie), Biochemie (Identifizierung/Charakterisierung neuartiger, sauerstoffempfindlicher Enzyme) sowie in der Biophysik und Theoretischen Chemie (Methoden zur Charakterisierung des Mechanismus von Metalloenzymen).
Die erzielten Fortschritte in den einzelnen Teildisziplinen werfen jetzt eine Reihe von Fragen auf, deren Lösung einen interdisziplinären Ansatz erfordert: Welche Rolle spielen die unter Laborbedingungen teilweise bis zur molekularen Ebene hin verstandenen anoxischen, biologischen Transformationen von Kohlenwasserstoffen tatsächlich in der Natur? Welche ökologischen/geochemischen Parameter werden von ihnen in welchem Ausmaß beeinflusst ("vom Labor in die Natur")? Umgekehrt führen Erkenntnisse aus in-situ-Studien über Kreisläufe umweltrelevanter Substanzen dazu, dass neuartige Stoffwechselleistungen überhaupt erst erkannt werden und die dafür verantwortlichen Organismen gezielt isoliert werden können ("von der Natur ins Labor").
Erstmals in Deutschland soll in einem die Disziplinen Geobiochemie, Ökologie, Mikrobiologie, Biochemie und Chemie umfassenden Schwerpunktprogramm die Thematik der anoxygenen Transformation von Kohlenwasserstoffen in einem größeren wissenschaftlichen Kontext angegangen werden. Deutsche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind in einzelnen Fachdisziplinen des geplanten Schwerpunkts international führend. Dieser Vorsprung soll interdisziplinär ausgebaut und international sichtbar gemacht werden.
DFG-Verfahren Schwerpunktprogramme
Internationaler Bezug Großbritannien

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