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EXC 2155:  RESIST - Abwehrschwächen gegenüber Infektionen und ihre Kontrolle

Fachliche Zuordnung Mikrobiologie, Virologie und Immunologie
Grundlagen der Biologie und Medizin
Medizin
Förderung Förderung seit 2019
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 390874280
 
Die individuelle Veranlagung und Fähigkeit, mikrobielle Krankheitserreger zu bekämpfen, spielt eine entscheidende Rolle für den Verlauf von Infektionskrankheiten. Dies hat sich nicht nur für pandemische Erreger wie SARS-CoV-2 gezeigt, sondern gilt auch für Infektionen mit verbreiteten endemischen Bakterien und Viren, die vor allem bei besonders empfänglichen Personen auftreten. Hiervon sind besonders Neugeborene und ältere Menschen betroffen. In der modernen Medizin werden vermehrt Therapien eingesetzt, die gezielt in das Immunsystem eingreifen, um Autoimmunkrankheiten und Krebs zu behandeln oder Transplantatabstoßungen zu verhindern. Die damit einhergehende Zunahme der Infektionsanfälligkeit schränkt deren Behandlungserfolg ein und verursacht bei einer weltweit alternden Bevölkerung stetig steigende Kosten. Das Ziel des Exzellenzclusters RESIST ist ein umfassendes Verständnis von Infektionsanfälligkeit. Dieses bildet den Ausgangspunkt für die Entwicklung präziser personalisierter Strategien zur Vorbeugung und Behandlung von Infektionskrankheiten bei besonders anfälligen Personen. Das RESIST-Forschungsprogramm basiert auf gut charakterisierten, systematisch etablierten Kohorten infektionsanfälliger Patienten sowie gesunder Freiwilliger. Diese Kohorten ermöglichen es uns, Infektionsanfälligkeit umfassend zu untersuchen. Hierzu gehören die genetischen Ursachen von Immundefekten, die Entwicklung und Anpassung der Immunantwort und pathogene Mechanismen bei bakteriellen und viralen Infektionen, die typischerweise bei suszeptiblen Patienten auftreten. RESIST baut auf der exzellenten interdisziplinären Forschungsinfrastruktur in den Bereichen Infektion und Immunität auf, die in den letzten zwei Jahrzehnten um die MHH in der Region Hannover-Braunschweig in enger Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und den beiden gemeinsamen Tochterinstituten Twincore und CiiM aufgebaut wurde. RESIST bindet ferner weltweit führende Expertise auf den Gebieten der molekularen Strukturanalyse (CSSB, Hamburg) und der angeborenen Immunitäts-störungen (CCI, Freiburg) ein. RESIST fördert gezielt die Entwicklung des wissenschaftlichen Nachwuchses, die Gleichstellung der Geschlechter und die gesellschaftliche Vielfalt. In der zweiten Förderperiode wird RESIST auf den bisherigen Errungenschaften aufbauen und neue Modelle und Technologien integrieren, wie z.B. modernste Genomanalyse, automatisierte Organoidtechnologien, Einzelzell-Multiomic Analysen sowie komplexe Datenanalysen und maschinelles Lernen. RESIST wird weiterhin neue Ideen und Konzepte entwickeln, die in unsere translationalen Forschungsprogramme in den Deutschen Zentren für Infektionsforschung und Lungenforschung (DZIF, DZL) und in unserem Zentrum für Individualisierte Infektionsmedizin (CiiM) in Hannover aufgenommen werden und langfristig zur Anwendung am Patienten kommen sollen. So wird RESIST weiterhin als Katalysator zwischen Grundlagen- und translationaler Forschung fungieren.
DFG-Verfahren Exzellenzcluster (ExStra)
Antragstellende Institution Medizinische Hochschule Hannover
 
 

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