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Die kognitive und neuronale Architektur von Handlungsrepräsentationen

Fachliche Zuordnung Biologische Psychologie und Kognitive Neurowissenschaften
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392004592
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt wollten wir herausfinden, nach welchen Prinzipien menschliche ProbandInnen in der Lage sind, Handlungen zu erkennen und zu unterscheiden. Zur Beantwortung dieser Frage wollten wir die kognitive und neuronale Architektur untersuchen, die der Organisation beobachteter Handlungen zugrunde liegt. Zu diesem Zweck führten wir mehrere Verhaltens- und Bildgebungs-Experimente durch, in denen wir ProbandInnen eine Reihe verschiedener Handlungen als statische Bilder darboten. Unsere Experimente zeigten, dass ProbandInnen dazu neigen, Handlungen in sinnvolle Kategorien wie Fortbewegung, kommunikative Handlungen und nahrungsbezogene Handlungen einzuordnen. Darüber hinaus identifizierten wir eine Reihe von Merkmalen, die zur Unterscheidung zwischen verschiedenen Handlungskategorien beitragen, z. B. die Merkmale Gleichgewicht halten für die Kategorie Sportliche Handlungen und die Merkmale auf eine Person ausgerichtet sein für die Kategorie Interaktion. Unsere Bildgebungs-Studien zeigten außerdem, dass die Ähnlichkeitsstruktur eines breiten Spektrums von Handlungen, bestimmt durch Verhaltensexperimente, durch Aktivierungsmuster entlang des dorsalen und ventralen Pfades erfasst wird, wobei der laterale Pfad (der kürzlich als dritter visueller Pfad vorgeschlagen wurde) eine besondere Rolle spielt. Darüber hinaus konnten wir zeigen, dass es möglich ist, zwischen verschiedenen übergeordneten Handlungskategorien auf der Grundlage von Aktivierungsmustern zu unterscheiden, wiederum mit einer Präferenz für Regionen entlang des lateralen Pfades. Wir fanden ausserdem, dass die Verarbeitung verschiedener übergeordneter Handlungskategorien überlappende, aber auch kategoriespezifische Regionen der ventralen, dorsalen und lateralen Pfade rekrutiert. Zusammengenommen stellen diese Ergebnisse eine wichtige Erweiterung früherer Studien dar und verdeutlichen die Art der Repräsentationen, die das Handlungsverständnis unterstützen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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