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Sinnliches Denken. Eisensteins exzentrische Methode
Antragstellerin
Dr. Elena Vogman
Fachliche Zuordnung
Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Förderung
Förderung von 2017 bis 2019
Projektkennung
Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392823015
Sergej Eisensteins Bildtheorie und seine Filmpraxis waren aufs engste verbunden. 1929 plante der Regisseur ein „Buch in Form einer Kugel“. Es wurde zum unabgeschlossenen, von Eisenstein stets neu montierten Theoriewerk, das im Kino ein physiologisches Denkpotential aufdeckte und auf der Suche nach dessen Anfängen die Kunstgeschichte neu auslegte. Elena Vogman stellt das Potential eines „sinnlichen Denkens“ in Eisensteins Methode (1932– 1948) – so der Titel des jüngst auf Russisch erschienenen Spätwerks – in eine doppelte Perspektive. Im offenen Gefüge unterschiedlicher Disziplinen wie Psychoanalyse und Gestaltpsychologie, Anthropologie und Ästhetik, Paläontologie und Linguistik wird diese Konzeption für Eisenstein zum dynamischen Vehikel einer neuen Art des Forschens. Andererseits charakterisiert das „sinnliche Denken“ präzise jene Logik der theoretischen Schreibweise Eisensteins, die mit Montage von Fragmenten und thematischen Exkursen, mit emphatischer Kritik und mit exzentrischen Überschreitungen der eigenen Positionen operiert. Elena Vogman deutet diese epistemischen und ästhetischen Fluchtlinien in Eisensteins Werk, indem sie auch eine Reihe von Archivdokumenten einbezieht, die Eisensteins Denken vor Augen führen.
DFG-Verfahren
Publikationsbeihilfen
