Detailseite
Projekt Druckansicht

Frieden als Kommunikationsprozess. Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses

Fachliche Zuordnung Frühneuzeitliche Geschichte
Förderung Förderung von 2017 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 393466228
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Rolle der Reichsstände auf dem Westfälischen Friedenskongress ist von der Forschung lange Zeit nicht hinreichend berücksichtigt worden. Obwohl in Grundzügen schon seit Jahrzehnten bekannt ist, dass in der Endphase des Kongresses eine reichsständische Gruppierung, die für das Zustandekommen des Friedens von Bedeutung war, in Erscheinung getreten ist, wurde ihr bislang kaum Beachtung geschenkt. Diese sog. Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses stand im Zentrum des Interesses des vorliegenden Forschungsprojektes. Anhand einer kommunikationsgeschichtlichen Herangehensweise wurden insbesondere zwei Akteure der genannten Gruppierung fokussiert, die auf Grund Ihres Einflusses im Machtgefüge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation auch eine zentrale Rolle im Jahr 1648, mithin der Endphase des Westfälischen Friedenskongresses, einnehmen konnten. So standen Kurmainz und Kurbayern, Gesandte und Dienstherren, im Interesse des Forschungsprojektes. Diese zwei Akteure waren einerseits unter den katholischen Reichsständen besonders einflussreich (Prinzipalisten), andererseits ließen sie sich aber auch innerhalb der sog. Dritten Partei als tonangebend und besonders wirkmächtig in den Verhandlungen nachweisen, wenngleich sich diese Gruppe insgesamt als überaus fluide erwiesen hat. Auf Grund ihres Verhandlungsgeschicks mithilfe von Drohpunkten, überkonfessioneller Kompromissbereitschaft und der Bereitschaft, unübliche Konstellationen einzugehen und diese für ihre Ziele zu nutzen, wurde es möglich, den Weg zum Frieden zu finden. Dies gelang zudem in einer Situation, in der der Friedenskongress nach einer Stillstandsphase allein durch die Großmächte (Kaiser, Frankreich, Schweden, Spanien) nicht zum Abschluss zu kommen schien. Die Ergebnisse des Projektes zeigen deutlich, wie wichtig einige Reichsstände, namentlich Kurmainz und Kurbayern, in der Endphase des Kongresses für das Zustandekommen des Westfälischen Frieden waren, welche Strategien sie anwandten und mit wem sie in welchen Kontexten auf welche Weise kooperierten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung