Frieden als Kommunikationsprozess. Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die Rolle der Reichsstände auf dem Westfälischen Friedenskongress ist von der Forschung lange Zeit nicht hinreichend berücksichtigt worden. Obwohl in Grundzügen schon seit Jahrzehnten bekannt ist, dass in der Endphase des Kongresses eine reichsständische Gruppierung, die für das Zustandekommen des Friedens von Bedeutung war, in Erscheinung getreten ist, wurde ihr bislang kaum Beachtung geschenkt. Diese sog. Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses stand im Zentrum des Interesses des vorliegenden Forschungsprojektes. Anhand einer kommunikationsgeschichtlichen Herangehensweise wurden insbesondere zwei Akteure der genannten Gruppierung fokussiert, die auf Grund Ihres Einflusses im Machtgefüge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation auch eine zentrale Rolle im Jahr 1648, mithin der Endphase des Westfälischen Friedenskongresses, einnehmen konnten. So standen Kurmainz und Kurbayern, Gesandte und Dienstherren, im Interesse des Forschungsprojektes. Diese zwei Akteure waren einerseits unter den katholischen Reichsständen besonders einflussreich (Prinzipalisten), andererseits ließen sie sich aber auch innerhalb der sog. Dritten Partei als tonangebend und besonders wirkmächtig in den Verhandlungen nachweisen, wenngleich sich diese Gruppe insgesamt als überaus fluide erwiesen hat. Auf Grund ihres Verhandlungsgeschicks mithilfe von Drohpunkten, überkonfessioneller Kompromissbereitschaft und der Bereitschaft, unübliche Konstellationen einzugehen und diese für ihre Ziele zu nutzen, wurde es möglich, den Weg zum Frieden zu finden. Dies gelang zudem in einer Situation, in der der Friedenskongress nach einer Stillstandsphase allein durch die Großmächte (Kaiser, Frankreich, Schweden, Spanien) nicht zum Abschluss zu kommen schien. Die Ergebnisse des Projektes zeigen deutlich, wie wichtig einige Reichsstände, namentlich Kurmainz und Kurbayern, in der Endphase des Kongresses für das Zustandekommen des Westfälischen Frieden waren, welche Strategien sie anwandten und mit wem sie in welchen Kontexten auf welche Weise kooperierten.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Der Westfälische Friede: Vom Referenzfrieden zum größten Unglück der Deutschen und zurück, in: Dorothée Goetze/Lena Oetzel (Hrsg), Warum Friedenschließen so schwer ist. Frühneuzeitliche Friedensstiftung am Beispiel des Westfälischen Friedenskongresses, Münster 2019, S. 21-37.
Siegrid Westphal
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Frieden in Grenzen. Landesgeschichtliche Perspektiven der Historischen Friedensforschung. Frühneuzeitliche Friedensstiftung in landesgeschichtlicher Perspektive, 17-44. Böhlau Verlag.
Westphal, Siegrid
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Reichsstädtisches Agieren und Argumentieren bei den Verhandlungen des Westfälischen Friedenskongresses, in: Mathias Kälble/Helge Wittmann (Hrsg.), Reichsstadt als Argument, Petersberg 2019, S. 221-236.
Siegrid Westphal
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26. Akteur*innen der Friedensstiftung und ‑wahrung. Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit / Handbook of Peace in Early Modern Europe, 511-528. De Gruyter.
Arnke, Volker
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46. Der Westfälische Frieden 1648. Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit / Handbook of Peace in Early Modern Europe, 929-950. De Gruyter.
Westphal, Siegrid
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Den Frieden erzählen in Zeiten des Krieges. Karl Ludwig Woltmanns ´Geschichte des Westfälischen Friedens` (1808/09), in: Holger Böning/Hans-Werner Hahn u.a. (Hrsg.), Medien – Kommunikation – Öffentlichkeit. Vom Mittelalter bis zur Gegenwart, Köln 2020, S. 275-289.
Siegrid Westphal
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Die Dritte Partei des Westfälischen Friedenskongresses und die Frage, wie der Frieden möglich wurde. Wissen und Strategien frühneuzeitlicher Diplomatie, 165-186. De Gruyter.
Arnke, Volker
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Einführung. Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit / Handbook of Peace in Early Modern Europe, XV-XXXII. De Gruyter.
Dingel, Irene; Rohrschneider, Michael; Schmidt-Voges, Inken; Westphal, Siegrid & Whaley, Joachim
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Handbuch Frieden im Europa der Frühen Neuzeit / Handbook of Peace in Early Modern Europe. De Gruyter.
Arnke, Volker H.G.; Rohrschneider, Michael; Schmidt-Voges, Inken; Westphal, Siegrid & Whaley, Joachim (Eds.)
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Der Osnabrücker Handschlag. Durchbruch zum Westfälischen Frieden, in: Stadt Osnabrück (Hrsg.), Osnabrücker Friedensbuch, Osnabrück 2021, S. 14–16.
Volker Arnke
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Der schwierige Weg zum Westfälischen Frieden. De Gruyter.
Arnke, Volker & Westphal, Siegrid (Eds.)
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Der Westfälische Frieden von 1648, in: Historische Schlaglichter (Blog des Historischen Vereins Osnabrück)
Volker Arnke & Siegrid Westphal
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Die Neuerfindung des Schwedischen Friedensmahls als nationales Friedensfest, in: Henning P. Jürgens (Hrsg.), Dass Gerechtigkeit und Friede sich küssen – Repräsentationen des Friedens im vormodernen Europa, Bonn 2021
Siegrid Westphal
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Die Wiederherstellung des Friedens. Einführende Betrachtungen. Der schwierige Weg zum Westfälischen Frieden, 3-14. De Gruyter.
Arnke, Volker; Rohrschneider, Michael & Westphal, Siegrid
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Eger – Lübeck – Prag – Köln – Goslar. Verhandlungen und Verträge zwischen Frieden und Krieg 1619–1642. Der schwierige Weg zum Westfälischen Frieden, 57-78. De Gruyter.
Arnke, Volker
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Zwischen Vermittlung, Reichs- und Eigeninteressen. Zur Rolle und zum Selbstverständnis der „Dritten Partei“ des Westfälischen Friedenskongresses. Der schwierige Weg zum Westfälischen Frieden, 193-212. De Gruyter.
Arnke, Volker
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Konkurrierende Friedensstrategien und Rollenvielfalten. Konkurrenzen in der Frühen Neuzeit, 221-230. Böhlau Verlag.
Arnke, Volker
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Mitten in Deutschland, mitten im Krieg. De Gruyter.
Ackermann, Astrid; Meumann, Markus; Schmidt-Funke, Julia A. & Westphal, Siegrid (Eds.)
