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Praxen der Aufmerksamkeit im Unterricht (PAU)

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Historische Erziehungswissenschaft
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 395491305
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt Praxen der Aufmerksamkeit im Unterricht (PAU) verwendete den an der Humboldt-Universität entwickelten phänomenologisch-videographischen Ansatz, mit dem leibliche und materiale Dimensionen von Aufmerksamkeitspraxen im Unterricht untersucht wurden. Videographiert wurden Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 in 4 Schulklassen aus 3 unterschiedlichen Schulen mit unterschiedlichen Milieus in Berlin. Der Datenkorpus umfasste 8 videographierte Unterrichtsstunden, 19 ethnographischen Beschreibungen, woraus 8 Sequenzen isoliert wurden. Die Sequenzen wurden mit den erstellten Feldnotizen und Hintergrundinformationen abgeglichen und in dichten Beschreibungen verschriftlicht. Zudem wurden sie mithilfe der Videosoftware Feldpartitur symbolisch analysiert und typisiert. Auf dieser Grundlage wurden 4 exemplarische Fälle im Modus des theoretischen Samplings herausgearbeitet. Die zugrunde liegende These konnte bestätigt werden: Geteilte Aufmerksamkeit entsteht in der Korrelation von Aufmerken und Zeigen, was jeweils fach- und sachspezifisch zu differenzieren ist. Dies wurde erstens in der Perspektive des Zeigens untersucht. Zeigepraktiken wurden in Etwas-zeigen (Repräsentation), Sich-zeigen (Präsentation) sowie hinsichtlich ihres Horizonts (Mundanität) differenziert. Interattentionalität, Sozialität und Existenzialität und Mundanität des Zeigens wurde an typischen Sequenzen aufgewiesen und in mehreren Publikationen dargestellt. Zweitens wurde die Affektivität insbesondere des Sich-Zeigens genauer dargestellt. Dies wurde am Beispiel der Emotion Scham durchgeführt und damit eine emotions- und bildungstheoretische Erweiterung der Zeige- und Aufmerksamkeitsforschung erreicht. Drittens wurde die Gegenstandskonstitution in methodologischer und unterrichtstheoretischer Hinsicht analysiert. Die inhaltliche Ebene des Unterrichts konnte als eine Konstitutionsproblematik der Sache herausgearbeitet werden. Damit wurden Ergebnisse sowohl für die Allgemeine Erziehungswissenschaft als auch für die Allgemeine Didaktik generiert. Viertens wurde ausgehend von der sachlichen Konstitutionsproblematik die Frage nach der Repräsentation als ein „Zeigen der Welt“ bzw. einer „World-Centred Education“ ausgeführt. In diesem Kontext wurden Praktiken des Zeigens und des Aufmerkens im bildungstheoretischen Kontext des Weltverhältnisses justiert. Während zu den ersten beiden Punkten belastbare Ergebnisse und Publikationen vorliegen, wurden zu den beiden letztgenannten Punkten bisher in einigen Publikationen Forschungshorizonte aufgeworfen und müssen in Hinsicht auf eine weiter zu entwickelnde, empirisch gesättigten Theorie des Unterrichts und eine Theorie der Erziehung im Weltbezug weiter vertieft werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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