Praxen der Aufmerksamkeit im Unterricht (PAU)
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Das Projekt Praxen der Aufmerksamkeit im Unterricht (PAU) verwendete den an der Humboldt-Universität entwickelten phänomenologisch-videographischen Ansatz, mit dem leibliche und materiale Dimensionen von Aufmerksamkeitspraxen im Unterricht untersucht wurden. Videographiert wurden Schüler*innen der Jahrgangsstufe 9 in 4 Schulklassen aus 3 unterschiedlichen Schulen mit unterschiedlichen Milieus in Berlin. Der Datenkorpus umfasste 8 videographierte Unterrichtsstunden, 19 ethnographischen Beschreibungen, woraus 8 Sequenzen isoliert wurden. Die Sequenzen wurden mit den erstellten Feldnotizen und Hintergrundinformationen abgeglichen und in dichten Beschreibungen verschriftlicht. Zudem wurden sie mithilfe der Videosoftware Feldpartitur symbolisch analysiert und typisiert. Auf dieser Grundlage wurden 4 exemplarische Fälle im Modus des theoretischen Samplings herausgearbeitet. Die zugrunde liegende These konnte bestätigt werden: Geteilte Aufmerksamkeit entsteht in der Korrelation von Aufmerken und Zeigen, was jeweils fach- und sachspezifisch zu differenzieren ist. Dies wurde erstens in der Perspektive des Zeigens untersucht. Zeigepraktiken wurden in Etwas-zeigen (Repräsentation), Sich-zeigen (Präsentation) sowie hinsichtlich ihres Horizonts (Mundanität) differenziert. Interattentionalität, Sozialität und Existenzialität und Mundanität des Zeigens wurde an typischen Sequenzen aufgewiesen und in mehreren Publikationen dargestellt. Zweitens wurde die Affektivität insbesondere des Sich-Zeigens genauer dargestellt. Dies wurde am Beispiel der Emotion Scham durchgeführt und damit eine emotions- und bildungstheoretische Erweiterung der Zeige- und Aufmerksamkeitsforschung erreicht. Drittens wurde die Gegenstandskonstitution in methodologischer und unterrichtstheoretischer Hinsicht analysiert. Die inhaltliche Ebene des Unterrichts konnte als eine Konstitutionsproblematik der Sache herausgearbeitet werden. Damit wurden Ergebnisse sowohl für die Allgemeine Erziehungswissenschaft als auch für die Allgemeine Didaktik generiert. Viertens wurde ausgehend von der sachlichen Konstitutionsproblematik die Frage nach der Repräsentation als ein „Zeigen der Welt“ bzw. einer „World-Centred Education“ ausgeführt. In diesem Kontext wurden Praktiken des Zeigens und des Aufmerkens im bildungstheoretischen Kontext des Weltverhältnisses justiert. Während zu den ersten beiden Punkten belastbare Ergebnisse und Publikationen vorliegen, wurden zu den beiden letztgenannten Punkten bisher in einigen Publikationen Forschungshorizonte aufgeworfen und müssen in Hinsicht auf eine weiter zu entwickelnde, empirisch gesättigten Theorie des Unterrichts und eine Theorie der Erziehung im Weltbezug weiter vertieft werden.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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"Bildung of emotions and Bildung through emotions: the orientactive, evaluative and Bildungs-effect of shame", 5th International Symposium on Phenomenological Research in Education: Feeling – Emotion – Mood. Phenomenological and pedagogical perspectives, Humboldt Universität zu Berlin
Brinkmann, M.
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"Bildung of emotions and Bildung through emotions: the orientative, evaluative and Bildungs-effect of shame", Vortrag im Rahmen der Winterschool „Emotions and Care", Universität Verona
Brinkmann, M.
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Bildung of Emotions and Bildung Through Emotions: The Orientative, Evaluative and Bildungs-Effect of Shame. Phänomenologische Erziehungswissenschaft, 131-150. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Brinkmann, Malte
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Emozione, Bildung, Übung. Pensieri su una Bildung delle emozioni come fare pratica. In: Mortari, Luigina/Valbusa, Federica (Hrsg.): Il sentire che noi siamo. Carocci
Brinkmann, M.
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Das Zeigen der Welt. Vierteljahrsschrift für wissenschaftliche Pädagogik, 98(2), 166-184.
Brinkmann, Malte
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Weltlichkeit und die Vermittlung von Welt. Vortrag auf der Jahrestagung der Kommission Bildungs- und Erziehungsphilosophie der DGfE "Geteilte/verteilte Welt(en), Universität Halle
Brinkmann, M.
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Die doppelte Negativität der Welt. Zur Bildungstheorie der negativen Erfahrung im Lernen und Üben. Die Grenze denken. Anschlüsse an Kitaro Nishida und Eugen Fink. Kolloquium am Středoevropský institut pro filosofii (SIF) | Mitteleuropäisches Institut für Philosophie Univerzita Karlova, Fakulta humanitních studií a Filosofický ústav Akademie věd České republiky
Brinkmann, M.
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Lass dir zeigen, was du lehrst. Anmerkungen zur Operativität des Zeigens der Welt. Symposion: Von der Reflexion zur Operation: Stand und Perspektiven der Operativen Pädagogik, Pädagogische Hochschule Freiburg
Brinkmann, M.
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Education and Bildung – forgotten relational und educational Foundation. Keynote Fourth International Conference, Institute for Philosophy and social Theory. University of Belgrade. WHY STILL EDUCATION? Experience of Education, Belgrade 9–11 October, 2024
Brinkmann, M.
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Erziehen und Unterrichten als Zeigen. Faculty of Education, Soka University, Tokyo, Japan
Brinkmann, M.
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Lass dir zeigen, was du lehrst. Von Der Reflexion Zur Operation, 149–179.
Brinkmann, Malte
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Welterfahrung und Weltvernichtung. Phänomenologischen Überlegungen zu einer mundane Theorie der Bildung, In: Jergus, K., Weiß, G., Brinkmann, M. (Hrsg.): Geteilte und verteilte Welten. Bildungs- und erziehungsphilosophische Betrachtungen (S. 88–107). Schriftenreihe der DGfE Kommission Bildung und Erziehungsphilosophie. Beltz Juventa
Brinkmann, M.
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Bildung in the World. Phenomenological Thoughts on Reality, Givenness, and Experience of the World Under Conditions of Destruction. Phänomenologische Erziehungswissenschaft, 21-40. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Brinkmann, Malte
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The World that Matters – Phenomenological Perspectives on the Relation Between Subject Matter and World in the Classroom. 7. internationales Symposion zur phänomenologischen Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin
Pastenaci, D.
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Erziehen als Zeigen, Sich-zeigen und Zeigen der Welt. Ergebnisse der phänomenologisch-praxeologischen Forschung. Operativität – Erziehung – Differenz, 33-60. Springer Fachmedien Wiesbaden.
Brinkmann, Malte
