Detailseite
Projekt Druckansicht

NaPRe The Nature of Political Representation in Times of Dealignment

Fachliche Zuordnung Politikwissenschaft
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 396974733
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die zunehmende Distanz der Wählerinnen und Wähler zu den politischen Parteien in etablierten Demokratien wirft Fragen zur Vermittlung von Politik in Repräsentativsystemen auf. Ausgehend hiervon untersuchte dieses Projekt die Frage, wie responsiv individuelle Abgeordnete gegenüber welchen Wählergruppen aus welchen Gründen sind. Dies umfasst einerseits den Grad und die Selektivität von responsivem Repräsentationshandeln. Andererseits umfasst dies auch unterschiedliche Dimensionen von Responsivität, z.B. die Unterscheidung zwischen kommunikativer Responsivität, i.e. Interaktionsbereitschaft, und substantieller Responsivität, i.e. die Bereitschaft zur Interessenberücksichtigung im parlamentarischen Rahmen. Die gestellte Forschungsfrage sollte entsprechend dieser wichtigen konzeptionellen Unterscheidungen in dem durchgeführten Projekt auf zwei Ebenen empirisch untersucht werden. Erstens im Rahmen eines Feldexperiments mit Abgeordneten in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden. Aus diesem Experiment erhofften wir uns Aufschluss zu der empirischen Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit Abgeordnete auf politisch definierte Anfragen von Wählern mit relevanten Positionen und Informationen reagieren, und ob eine solche Form von kommunikativer Responsivität gleichverteilt ist, oder ob dabei systematisch spezifische Gruppen diskriminiert werden. Konkret waren wir einerseits an der Diskriminierung spezifischer sozialer Gruppen interessiert, wie sozial Schwache oder ethnische Minderheiten. Andererseits spielte auch die Frage der Parteibindung eine Rolle, i.e. ob Abgeordnete vor allem auf parteigebundene Wählerinnen und Wähler reagieren. Zweitens sollte die Forschungsfrage auf der Grundlage einer text-basierten Analyse zum parlamentarischen Handeln von Abgeordneten untersucht werden. Damit verbunden war ein empirisches Interesse an substantieller Responsivität und an der Frage, mit welcher Wahrscheinlichkeit und in welchem Ausmaß Abgeordnete welche sozialen Gruppen im Parlamentarischen Prozess aktiv durch Redebeiträge unterstützen und damit für deren Interessen werben.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung