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Grundlegende Untersuchungen von gradientenabhängigen nitrierten Schmiedewerkzeugen in der Warmmassivumformung unter zyklischen thermomechanischen Beanspruchungen

Fachliche Zuordnung Ur- und Umformtechnik, Additive Fertigungsverfahren
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 397768783
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Ziel war die Entwicklung einer neuen Verschleißmodellierung unter Berücksichtigung der Härteentwicklung in nitrierten Werkzeugen. Dabei lag der Fokus auf der Härteentwicklung in Abhängigkeit der zyklischen thermischen und mechanischen Belastungen eines Schmiedeprozesses. Da Nitrierungen gradierte Systeme sind, wurden zwei unterschiedliche Nitrierprofile im Vergleich zum unnitrierten Grundwerkstoff 1.2343 analysiert. Da aufgrund hoher Spitzentemperaturen in Kombination mit hohen Abkühlraten aus der Spraykühlung partiell in Schmiedegesenke eine Martensitbildung, sog. Neuhärtung, auftreten kann, wurde das Austenitisierungsverhalten unter überlagerter mechanischer Belastung analysiert. Es zeigte sich, dass die überlagerte mech. Belastung zu einer deutlichen Absenkung der Ac1,b Temperatur führt. Anschließend wurde eine bestehende Prüfmethodik zur Aufbringung von Thermoschockzyklen um die Berücksichtigung einer mechanischen Spannungsüberlagerung erweitert. Mittels spannungsüberlagerten thermischen Belastungsversuchen in praxisnahen Zyklen erfolgte eine Charakterisierung der Härteevolution. Aufbauend auf den Ergebnissen wurde ein Berechnungsframework in die Anwendung Simufact Forming implementiert. So können die Härteund der Verschleiß ortstaufgelöst auf Basis der Materialcharakterisierungsdaten prognostiziert werden. Abschließend wurde das entwickelte Härte- und Verschleißmodell anhand von zwei Laborschmiedeprozessen validiert. Bezüglich des unnitrierten Grundwerkstoffs konnten die Härte-Tiefen-Verläufen nach 100, 500 und 2.000 Zyklen mit hoher Übereinstimmung prognostiziert werden. Die Verschleißberechnung zeigte ebenfalls, unter passender Annahme mehrerer Prozessgrößen, eine gute Übereinstimmung. Zur Validierung der Nitrierschicht-Materialdaten wurde weiterhin eine Härte- und Verschleißprognose durchgeführt. In Bezug auf die Härte konnten dabei gute Übereinstimmungen ab 1.000 Schmiedezyklen im Labormaßstab erzielt werden. Der Verschleiß konnte dabei nur bedingt validiert werden, da das unvorhergesehene Auftreten von Adhäsionseffekten die Anwendbarkeit des Verschleißansatzes nach Archard einschränkt. Abschließend wurde die Nutzbarkeit der erarbeiteten Implementierung im Hinblick auf Härte und Verschleißprognose anhand eines industriellen Schmiedeprozesses demonstriert.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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