Detailseite
Projekt Druckansicht

Der Einfluss häufiger Darminfektionen auf Mangelernährung bei Kleinkindern - Evaluation einer kombinierten Intervention zur Verbesserung der Ernährung und Lebensmittelhygiene in Bangladesch

Antragstellerinnen / Antragsteller Professorin Dr. Sabine Gabrysch; Professor Dr. Georg Zeller
Fachliche Zuordnung Epidemiologie und Medizinische Biometrie/Statistik
Parasitologie und Biologie der Erreger tropischer Infektionskrankheiten
Public Health, Gesundheitsbezogene Versorgungsforschung, Sozial- und Arbeitsmedizin
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 413269709
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Schlechte Hygienebedingungen und unzureichende Ernährung können bei Kindern zu chronischer Darmentzündung (sog. Environmental Enteric Dysfunction – EED) und Mangelernährung führen. Die Studie “Food Hygiene to reduce Environmental Enteric Dysfunction” (FHEED) hatte zum Ziel, den Effekt einer kombinierten Ernährungs- und Lebensmittelhygiene-Intervention auf die Entstehung von EED und Mangelernährung bei Kleinkindern zu untersuchen. FHEED wurde im Rahmen der cluster-randomisierten Interventionsstudie “Food and Agricultural Approaches to Reducing Malnutrition” (FAARM) in Sylhet, Bangladesch, durchgeführt, welche 2705 verheiratete Frauen und ihre Kinder unter drei Jahren in 96 Dörfern einschloss. Die Intervention verbesserte Nahrungsmittelhygiene-Kenntnisse und -praxis von Müttern. Allerdings wurden einige Hygienepraktiken immer noch spärlich angewendet, nur selten wurden mehrere Hygienepraktiken gleichzeitig praktiziert, und deren Anwendung war im Zeitverlauf unbeständig. Folglich zeigte die Intervention keinen Einfluss auf die Verunreinigung von Beikost. Wir fanden auch keine Auswirkungen der Intervention auf Durchfallhäufigkeit, Belastung mit Darmkeimen, Biomarker für EED oder die Zusammensetzung der Mikrobiota. Somit verbesserte die Intervention zwar die Nahrungsmittelhygiene der Mütter, dies führte jedoch nicht zu einer Verbesserung der Gesundheit der Kinder. Unabhängig von der Intervention fanden wir Zusammenhänge zwischen bestimmten Darminfektionen und erhöhten EED-Biomarkern sowie zwischen Darminfektionen bzw. erhöhten EED-Biomarkern und einem geringeren Wachstum der Kinder. Erhöhte EED-Biomarkerwerte waren auch mit Veränderungen im Darmmikrobiom vergesellschaftet, wobei die Häufigkeit von Spezies, die mit Infektionen und Entzündungen in Verbindung gebracht werden, zunahm und die Häufigkeit von nützlichen Spezies abnahm. Wir konnten keine Zusammenhänge zwischen Zusammensetzung oder Reifung der Darmmikrobiota und kindlichem Wachstum feststellen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung