Detailseite
Projekt Druckansicht

Die Bedeutung des Komplementsystems an der Pathogenese des Schleimhautpemphigoids

Fachliche Zuordnung Dermatologie
Förderung Förderung von 2019 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 417348511
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Projekt untersuchte die Rolle des Komplementsystems beim Schleimhautpemphigoid (SHP) und seine potenzielle pharmakologisches Beeinflussung als zukünftige Therapieoption. Wir erweiterten den Forschungsschwerpunkt auf weitere Pemphigoid Erkrankungen, nämlich bullöses Pemphigoid (BP) und Epidermolysis bullosa acquisita (EBA). In drei experimentellen Modellen von Pemphigoid Erkrankungen (SHP, BP und EBA) entwickelte sich die Krankheit unabhängig von C3. Dies deutet darauf hin, dass alternative C5-Konvertasen die Komplementaktivierung, insbesondere die C5-Spaltung, steuern. Thrombin wurde als mögliche alternative C5-Konvertase identifiziert, insbesondere bei EBA. Im Gegensatz dazu hatte eine pharmakologische Thrombinblockade keine signifikante Wirkung auf das SHP oder BP. Außerdem entwickelten sich alle drei Pemphigoid Erkrankungen unabhängig von neutrophiler Elastase. Daher fungiert die neutrophile Elastase bei experimentellen Pemphigoid Erkrankungen nicht als alternative C5-Konvertase. Darüber hinaus konnten wir eine kritische Rolle des C5a-Rezeptors 1 (C5aR1) bei der Pathogenese des SHP nachweisen, wobei C5aR1-defiziente Mäuse eine Resistenz gegenüber der Krankheitsinduktion aufwiesen. Therapeutische Studien zur durch Antikörpertransfer induzierten SHP zeigten, dass intravenöses Immunglobulin (IVIG) und Dapson den Schweregrad der Erkrankung durch gezielte Beeinflussung der durch Neutrophile vermittelten LTB4-Freisetzung und Komplementaktivierung mildern. Darüber hinaus reduzierte eine lokale (d. h. als Augentropfen verabreichte) C5a-Hemmung die Bindehautläsionen im SHP-Modell signifikant, was zu einer Patentanmeldung führte. Darüber hinaus wurde in groß angelegten epidemiologischen Studien mit TriNetX ein erhöhtes Risiko für Erblindung und Ösophagusstrikturen bei SHP Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen festgestellt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung