Die geophysikalische Temagami Anomalie in Ontario (Kanada): Geologische Ursache und Beziehung zum 1.85 Ga Sudbury Impakt Ereignis
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Die Temagami Anomaly nahe Sudbury, Ontario, gilt als eine der größten unerklärten geophysikalischen Anomalien in ganz Nordamerika und grenzt unmittelbar an den vor 1850 Millionen Jahren durch einen Asteroiden-Einschlag gebildeten magmatischen Sudbury Komplex. Ziel des Projekts war es, die bisher kaum erforschte, an der Oberfläche 1200 km2 große Temagami Anomaly genauer zu erkunden und eventuell Hinweise auf ihre geologische Ursache zu finden. Zu diesem Zweck wurden Gesteinsaufschlüsse im Gelände sowie rezente und historische, zum Teil sehr tiefe (>2.000 m) Bohrkerne kartiert beziehungsweise beprobt. Dem folgte eine petrologische und geochemische Charakterisierung (Dünnschliffmikroskopie, Erzmikroskopie, qualitative und (semi-) quantitative Mineralidentifikation, Gesamtgesteins-geochemische Analysen, Nd, Sr und Pb Isotopenanalysen sowie U-Pb Altersdatierungen an Titanit und Apatit. Die gewonnenen Resulte belegen zum einen die Existenz von Impaktschmelzgesteinen in einer bislang nicht bekannten Entfernung vom Sudbury Komplex inmitten der geographischen Verbreitung der Temagami Anomalie, zum anderen aber auch eine Reihe unterschiedlicher Ganggesteine, die sich mehreren magmatischen Ereignissen um ca. 2,22 Ga, 2,17 Ga und 1,87 Ga zuordnen lassen. Letzteres Ereignis konnte erstmalig für das Arbeitsgebiet belegt werden und lässt sich mit Gesteinen korrelieren, die andernorts als Circum-Superior Large Igneous Province (CSLIP) bekannt sind. Die Entdeckung dieser Magmatite liefert nun eine mögliche Erklärung der Temagami Anomalie. Die Anomalie könnte der Kombination seichter, lokal aufgeschlossener archaischer Bändereisenerz-Vorkommen und einem mächtigen, >5 km tief gelegenen, lagigen, ultramafischen Intrusionskörper als Teil der CSLIP geschuldet sein. Das Explorationspotenzial der Region nordöstlich des Sudbury Komplexes hinsichtlich Nickel-, Kupfer, und/oder Platingruppenelement-Lagerstätten wird durch die neu gewonnenen Erkenntnisse deutlich erhöht. Gleichzeitig bekräftigen die neuen Resultate das Modell einer großräumigen Multi-Ringstruktur für den Sudbury Impakt und helfen, die Platznahme von Impaktschmelzgesteinen besser zu verstehen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Rathbun Lake revisited: a magmatic-hydrothermal Pd-Pt-Cu occurrence possibly related to the Sudbury impact. Proceedings of the 15th Biennial SGA Meeting, Glasgow, Volume 2, pp. 605-608.
Kawohl, A., Frimmel, H.E., Whymark, W. & Bite, A.
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Very distant Sudbury impact dykes revealed by drilling the Temagami geophysical anomaly. Precambrian Research, 324, 220-235.
Kawohl, Alexander; Frimmel, Hartwig E.; Bite, Andrejs; Whymark, Wesley & Debaille, Vinciane
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High-Grade Magmatic Platinum Group Element-Cu(-Ni) Sulfide Mineralization Associated with the Rathbun Offset Dike of the Sudbury Igneous Complex (Ontario, Canada). Economic Geology, 115(3), 505-525.
Kawohl, Alexander; Whymark, Wesley E.; Bite, Andrejs & Frimmel, Hartwig E.
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On the depth of crater excavation and melting during the Sudbury impact: geochemical evidence from chilled impact melt dykes. European Geosciences Union General Assembly, Vienna, Austria,
Kawohl, A., Frimmel, H.E., Whymark, W. & Bite, A.
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Hornblende Thermobarometry of Impact Melt Rocks: A Case Study from the Rathbun Offset Dike, Sudbury Impact Structure, Canada. 53rd Lunar and Planetary Science Conference, The Woodlands, Texas, LPI Contribution No. 2678, id.1369.
Kawohl, A.
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Geology, geochemistry, and apatite/titanite U–Pb geochronology of ca. 1.88 Ga alkaline ultrabasic dykes in the Southern Province near Sudbury, Ontario. Canadian Journal of Earth Sciences, 60(1), 62-77.
Kawohl, Alexander; Frimmel, Hartwig E.; Whymark, Wesley E.; Millonig, Leo J. & Gerdes, Axel
