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Die geophysikalische Temagami Anomalie in Ontario (Kanada): Geologische Ursache und Beziehung zum 1.85 Ga Sudbury Impakt Ereignis

Fachliche Zuordnung Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 418960271
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Temagami Anomaly nahe Sudbury, Ontario, gilt als eine der größten unerklärten geophysikalischen Anomalien in ganz Nordamerika und grenzt unmittelbar an den vor 1850 Millionen Jahren durch einen Asteroiden-Einschlag gebildeten magmatischen Sudbury Komplex. Ziel des Projekts war es, die bisher kaum erforschte, an der Oberfläche 1200 km2 große Temagami Anomaly genauer zu erkunden und eventuell Hinweise auf ihre geologische Ursache zu finden. Zu diesem Zweck wurden Gesteinsaufschlüsse im Gelände sowie rezente und historische, zum Teil sehr tiefe (>2.000 m) Bohrkerne kartiert beziehungsweise beprobt. Dem folgte eine petrologische und geochemische Charakterisierung (Dünnschliffmikroskopie, Erzmikroskopie, qualitative und (semi-) quantitative Mineralidentifikation, Gesamtgesteins-geochemische Analysen, Nd, Sr und Pb Isotopenanalysen sowie U-Pb Altersdatierungen an Titanit und Apatit. Die gewonnenen Resulte belegen zum einen die Existenz von Impaktschmelzgesteinen in einer bislang nicht bekannten Entfernung vom Sudbury Komplex inmitten der geographischen Verbreitung der Temagami Anomalie, zum anderen aber auch eine Reihe unterschiedlicher Ganggesteine, die sich mehreren magmatischen Ereignissen um ca. 2,22 Ga, 2,17 Ga und 1,87 Ga zuordnen lassen. Letzteres Ereignis konnte erstmalig für das Arbeitsgebiet belegt werden und lässt sich mit Gesteinen korrelieren, die andernorts als Circum-Superior Large Igneous Province (CSLIP) bekannt sind. Die Entdeckung dieser Magmatite liefert nun eine mögliche Erklärung der Temagami Anomalie. Die Anomalie könnte der Kombination seichter, lokal aufgeschlossener archaischer Bändereisenerz-Vorkommen und einem mächtigen, >5 km tief gelegenen, lagigen, ultramafischen Intrusionskörper als Teil der CSLIP geschuldet sein. Das Explorationspotenzial der Region nordöstlich des Sudbury Komplexes hinsichtlich Nickel-, Kupfer, und/oder Platingruppenelement-Lagerstätten wird durch die neu gewonnenen Erkenntnisse deutlich erhöht. Gleichzeitig bekräftigen die neuen Resultate das Modell einer großräumigen Multi-Ringstruktur für den Sudbury Impakt und helfen, die Platznahme von Impaktschmelzgesteinen besser zu verstehen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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