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Nutzungspotential historischer Zisternen für die Paläoumweltforschung und Geoarchäologie: Die Negev Highlands, Israel

Fachliche Zuordnung Physische Geographie
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 420073466
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Historische, an der Oberfläche befindliche offene und geschlossene Zisternen sind häufig vorkommende archäologische Installationen in Trockengebieten wie den Negev Highlands in Israel. Die erstgenannten sind runde offene Wasserreservoirs, die in wasserstauende Schichten in Hanglagen und Wadis gegraben wurden. Sie erreichen Durchmesser von bis zu 10 bis 12 m und Tiefen von bis zu 4 m bis 5 m. Im Inneren wurden diese Wasserreservoirs häufig mit unbehauenen Steinen und Ton oder Mergel ausgekleidet, die als Aquiclude dienen. Im Vergleich dazu wurden geschlossene Zisternen in relativ weiche Kalkstein- oder Kreideformationen in den Fels gehauen und haben eine Kapazität von bis zu mehreren hundert Kubikmetern. Die beiden Arten von Installationen zur Sammlung und Speicherung von Oberflächenabfluss ermöglichten die Unterhaltung von Siedlungen, Landwirtschaft und nomadischer Viehzucht unter ariden Umweltbedingungen. Trotz der großen Anzahl von Zisternen in den Negev Highlands wurden sie in der Vergangenheit jedoch kaum systematisch untersucht. Entscheidend für die Untersuchung der Regenwasserspeicher und ihren Sedimenten ist die Festlegung robuster Chronologien ihrer Lebenszyklen. Bei der Konstruktion der Zisternen wurde Material entfernt und auf einem benachbarten Aushubhaufen oder -wall abgelagert. Bei Niederschlagsereignissen werden Sedimente von angrenzenden Hängen erodiert, durch den entstehenden Oberflächenabfluss in die Zisternen transportiert und dort abgelagert. Während die Installationen gewartet wurden, wurde das akkumulierte Material entfernt und ebenfalls auf dem Aushubhaufen abgelagert. Nach dem Ende der Nutzung und Wartung wurden die Zisternen teilweise vollständig durch den fluvialen Sedimenteintrag verfüllt. Der Transport und die Ablagerung von Sedimenten ermöglichen die Anwendung der optisch stimulierten Lumineszenz (OSL) als bevorzugte Methode zur Bestimmung des Zeitpunkts der Konstruktion, Nutzung und Aufgabe von Zisternen. Die Interpretation der OSL- Alter wird durch mikromorphologische Analysen unterstützt und ermöglicht Einblicke in die Lebenszyklen der verschiedenen Regenwasserspeicher, wodurch eine Diskussion über ihre Chronologie, die Umstände der Konstruktion und ihren Zweck ermöglicht wird. Die Untersuchung und Altersbestimmungen von zehn Installationen lassen den Schluss zu, dass die offenen Zisternen spätestens während der Mittleren Bronzezeit in den Negev Highlands eingeführt und bis hinein ins Mittelalter errichtet wurden, während der Bau von geschlossenen Zisternen in der Römerzeit begann, ohne die Errichtung von weiteren Reservoirs zu unterbinden. Daraus kann abgeleitet werden, dass die Errichtung unterschiedlicher Arten von Systemen zur Sammlung und Speicherung von Oberflächenabfluss in verschiedenen Kontexten stattfand. Während der Bau von offenen Zisternen durch kleine Gruppen von Personen in relativ kurzer Zeit durchgeführt werden konnte, erforderte der Bau von geschlossenen Zisternen mehr technologisches Wissen, eine größere Anzahl von Personen und längere Zeiträume, die durch zentrale Obrigkeiten bereitgestellt und gesteuert werden konnten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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