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Entwicklung photochromer Cannabinoid-Rezeptor-Liganden zur Untersuchung der Aktivierung und Funktion G-Protein-gekoppelter Rezeptoren

Fachliche Zuordnung Pharmazie
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 422321523
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen dieses Projektes wurden lichtschaltbare Liganden sowohl für den human Cannabinoidrezeptor-Subtyp 1 sowie 2 (hCB1R und hCB2R) entwickelt, um molekulare Sonden (pharmakologische Werkzeuge), zu entwickeln und deren Rezeptorpharmakologie zu untersuchen. Der hCB1R wirkt nach Aktivierung durch einen Agonisten psychotrop (die bekannte Cannabis- Wirkung), während die Blockade durch einen Antagonisten die Gewichtszunahme verhindert (anti-adipöse Wirkung). Wir konnten basierend auf dem anti-adipösen Wirkstoff Rimonabant ein "Photo-Rimonabant" entwickeln, das im Wesentlichen die gleichen Eigenschaften wir Rimonabant besitzt, aber > 15fach aktiver in der licht-aktivierbaren Form (cis-Form) bindet. Weiterhin entwickelten wir auch Agonisten, die höhere Wirksamkeit in der cis-Form zeigen. Der zweite Rezeptorsubtype, der hCB2R, besitzt große pharmakologische Bedeutung aufgrund seiner anti-(neuro)inflammatorischen Effekte nach Aktivierung. Wir konnten Liganden für den hCB2R entwickeln, die ortho- und allostere Bindungsstellen im Rezeptor besetzen (daher "dualstere" Liganden) und konnten diese - in einer nachfolgenden Arbeit - auch lichtschaltbar machen. Weiterhin gelang es uns, einen Liganden zu entwickeln, der - lichtabhängig - nur den β-Arrestin-Signalweg aktiviert, aber nicht den G-Protein-gekoppelten. Damit ist dies der erste Ligand für Klasse A G-Protein gekoppelte Liganden mit "Signal-Bias", der lichtkontrollierbar ist. Zu diesem Zweck entwickelten wir Arylazobenzimidazole als licht-schaltbare molekulare Einheit in den Zielmolekülen. Wir untersuchten diese Einheit chemisch, photophysikalisch und quantenchemisch genauer, um diesen molekularen Schalter für die Photopharmakologie verfügbar zu machen, da es sich beim Benzimidazol um eine "privilegierte Struktur" handelt, die sehr häufig in biologisch aktiven Molekülen vorkommt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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