COMP-spur Effekte: ein sprachvergleichender und psycholinguistischer Ansatz
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Dieses Projekt konzentrierte sich auf die Unterschiede in der Sensibilität gegenüber dem COMP-Trace-Effekt zwischen Englisch, Deutsch und Niederländisch. Im Englischen führen COMP-Trace-Konfigurationen zu absoluter Ungrammatikalität, während solche Strukturen im Niederländischen vollständig akzeptabel sind. Im Deutschen ist die Akzeptanz dieser Strukturen zwar beeinträchtigt, aber nicht vollständig inakzeptabel. Diese Unterschiede zwischen den drei eng verwandten Sprachen sind problematisch hinsichtlich der Hypothese, dass der COMP-Trace-Effekt universal ist. Die Erforschung der Ursache für diese Unterschiede ist wichtig, um die wahre Art des COMP-Trace-Effekts zu verstehen. Eine der zentralen Hypothesen des Projekts war, dass die Stärke des COMP-Trace-Effekts davon abhängt, wie leicht sich Subjekt- und Objektlücken voneinander unterscheiden lassen. Im Englischen geschieht dies direkt durch die Wortstellung, ein sehr hervorstechender Hinweis, während Deutsch und Niederländisch auf morphologische Hinweise angewiesen sind, die im Deutschen reicher sind als im Niederländischen. Für Deutsch zeigten unsere durchgeführten Experimente, dass die Stärke des COMP-Trace-Effekts abgeschwächt wird, wenn sowohl Subjekt als auch Objekt nicht eindeutig kasusmarkiert sind. Das Fehlen eindeutiger Kasusmorphologie an einem Argument im eingebetteten Satz führt dazu, dass es als lokales Subjekt interpretiert wird, sodass die Subjektlücke entweder ignoriert oder nicht projektiert wird. In diesem Fall wird in den Grammatikalitätsurteilen auch kein COMP-Trace-Effekt festgestellt. Es wurden jedoch keine Hinweise auf einen Kausalzusammenhang zwischen Verständnis und Grammatikalitätsurteilen gefunden. Das Fehlen morphologischer Hinweise im eingebetteten Satz scheint einfach dazu zu führen, dass eine COMP-Trace-Verletzung weniger auffällt. Für Niederländisch zeigte ein Grammatikalitätsbeurteilungsexperiment, dass COMP-Trace-Effekte ausgelöst werden konnten in temporär ambigen Sätzen, die durch verbale Flexion disambiguiert wurden. Dies ist das erste Experiment, das klare Beweise für einen COMP-Trace-Effekt im Niederländischen liefert. Für das Englische untersuchte das Projekt die Strategie, die es verwendet, um einen COMP-Trace-Effekt zu vermeiden, nämlich die Weglassung des Komplementierers. In einer im Rahmen des Projekts entwickelten neuen Analyse wird vorgeschlagen, dass es im eingebetteten Satz keine echte Subjektlücke gibt, sondern ein Nullsubjektpronomen, das kongruiert mit einem strukturell höheren Skopusmarkierer. Eine wichtige Schlussfolgerung ist, dass der COMP-Trace-Effekt am besten als eine verarbeitungsbasierte Einschränkung beschrieben wird, die im Englischen grammatikalisiert ist, im Deutschen und Niederländischen jedoch nicht.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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COMP-trace effects in German: the role of processing. Nordlyd, 44(1), 117-132.
Schippers, Ankelien; Vogelzang, Margreet & Öwerdieck, David
