Schriftstellerinnen aus der Sammlung Varnhagen – Briefe, Werke, Relationen
Germanistische Literatur- und Kulturwissenschaften (Neuere deutsche Literatur)
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Mit „Schriftstellerinnen aus der Sammlung Varnhagen – Briefe, Werke, Relationen“ wurde ein Projekt realisiert, das einen wichtigen Baustein in der polnisch-deutschen wissenschaftlichen Zusammenarbeit bildet. Die vormals in der Preußischen Staatsbibliothek Berlin beheimatete, aufgrund von kriegsbedingten Verlagerungen heute in Krakau befindliche Sammlung Varnhagen ist ein Teil des europäischen Kulturerbes. Durch das Projekt wurden erstmals Bestände aus dieser Sammlung unter Berücksichtigung der Sammlungsumgebung und der inneren und äußeren Sammlungsbezüge umfangreich erforscht. Die herausragende Beteiligung von Schriftstellerinnen an der Formation und am Profil der Sammlung wurde dabei erstmals herausgearbeitet und im Zusammenhang nachvollziehbar gemacht. Die Ergebnisse des Projektes wurden in zahlreichen wissenschaftlichen Kontexten (Lehrveranstaltungen, Workshops, Austausch mit anderen Forschungsprojekten, Vorträgen und Tagungen) sowie – über den engeren wissenschaftlichen Kontext hinaus – im Rahmen des parlamentarischen Abends der Thüringer Landesregierung am 26. März 2023 in Erfurt vorgestellt. Themen mit aktuellen Bezügen, die bei dieser Gelegenheit in den Vordergrund gestellt und diskutiert wurden, waren u.a.: Kriegs- und Revolutionserfahrung von Schriftstellerinnen, plurale Europäische Identitäten, Flucht und Exil und die differenzierten sprachlichen Artikulationsweisen von Partizipation in Briefen von Schriftstellerinnen (so spricht zum Beispiel Elise von Hohenhausen in einem Brief an Helmina von Chézy von der gleichberechtigten Partizipation von „Priester= und -innen“ der deutschen Literatur). Diese Themen wurden u.a. in Form eines von Simona Noreik erstellten Video-Clips anschaulich gemacht, der im Rahmen des Parlamentarischen Abends vorgeführt wurde. Das Projekt wird von beiden Seiten als Pilotprojekt polnisch-deutscher Zusammenarbeit bei der Erforschung der ‚Berlinka’-Bestände in Krakau und darüber hinaus wahrgenommen. Die Vergabe der Top-Level-Domain-Endung „eu“ in der Webrepräsentation des Projektes ist durchaus programmatisch und als Abbreviatur für den Geist der länderübergreifenden Zusammenarbeit in dem Projekt zu verstehen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Textuell-materielle Transformationsprozesse im Briefnachlass Helmina von Chézys, in: Ästhetiken und Materialitäten des Übergangs und der Übertragung, hg. von Simona Noreik, Jörg Paulus und Maja Brodrecht, Basel/Berlin 2023, S. 49–66
Jadwiga Kita-Huber
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„Ich habe diesen Pfeil in den Köcher zurückgeschoben“. Zeitschrift für deutsche Philologie(2).
Kita-Huber, Jadwiga & Paulus, Jörg
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Sammlungspluriversen und ihre Verknüpfung. Prozessphilologische und medienökologische Perspektiven. Signaturen der Vielfalt, 23-40. V&R unipress.
Paulus, Jörg
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Signaturen der Vielfalt. Relations- und Sammlungsgefüge von Autorinnen in der Sammlung Varnhagen. Signaturen der Vielfalt, 9-22. V&R unipress.
Kita-Huber, Jadwiga & Paulus, Jörg
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»Diese Papiere […] für Sie aber sind sie frisch«. Der Sammlungsgedanke und Sammlungspraktiken im Briefwechsel zwischen Helmina von Chézy und Karl August Varnhagen. Signaturen der Vielfalt, 203-220. V&R unipress.
Kita-Huber, Jadwiga
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»Puis les paperasses de Chézy m’ont encore dévoré un aprés-midi. Mal de tête, faiblesse des nerfs et du cerveau.« Erkundungen (in der Geschichte) des Nachlasses von Helmina von Chézy mit und durch Henri-Frédéric Amiel. Signaturen der Vielfalt, 267-282. V&R unipress.
Noreik, Simona
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Hybrid-Herden in Melancholie-Plantagen. „All' Ihre Briefe sind an Ort und Stelle“, 327-343. Brill | Fink.
Paulus, Jörg
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Schreiben im Zeichen des Umbruchs. Franz Steiner Verlag.
Kita-Huber, Jadwiga & Paulus, Jörg (Eds.)
