Erzählung, Erwartung, Erfahrung von Möglichkeiten: Interaktive Vermittlungsform der Projektergebnisse mit Entwicklung eines digitalen Spiels
Theater- und Medienwissenschaften
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Das Projekt EEE setzt sich zum Ziel, die Wirkung von Theateraufführungen und Filmen mit Darsteller:innen mit „geistiger“ Behinderung auf die Vorstellungsbilder von „geistiger“ Behinderung systematisch darzustellen. Dazu werden die drei Analyseperspektiven „Erzählung“, „Erwartung“ und „Erfahrung“ gewählt. Erzählungen bilden den Kontext, der die Wahrnehmung von Menschen mit „geistiger“ Behinderung strukturiert. Je nach Erzählung und Erzählmuster können völlig unterschiedliche Vorstellungsbilder entstehen. Erwartungen wiederum entstehen aus dem Vorwissen der Zuschauer:innen und aus der Struktur der Texte. Nur über sie sind Überraschungen möglich. Erfahrungen machen die Zuschauer:innen schließlich durch die kognitive und emotionale Aneignung der Erzählung. Alltagsweltliche Vorstellungsbilder von „geistiger“ Behinderung sind in der Regel negativ und stigmatisierend. Behinderung wird als Problem und nicht als besondere Lebensform mit eigenen Handlungsspielräumen aufgefasst. Theateraufführungen und Filme können Alternativen dazu schaffen. Wirkungsvoll werden positive Vorstellungsbilder angebahnt 1) durch eine Bewusstmachung der (oft versteckten negativen) Vorstellungsbilder, weil dies die bewusste Auseinandersetzung mit diesen ermöglicht; 2) durch das Einbetten der Behinderung in überraschende Kontexte, weil diese eine Erweiterung der Erfahrungsmöglichkeiten darstellen; und 3) durch die Verstörung von automatisiert aufgerufenen Stereotypen, weil dies zu einer Erfahrung mit deren Kontingenz führt. Erzählungen, die keine klaren Bewertungen des Wahrgenommenen vorgeben, aber gängige Vorstellungsbilder auf überraschende Weise durchkreuzen, sind am effektivsten. Die untersuchten Theateraufführungen und Filmen decken nahezu das gesamte Spektrum zwischen Mainstream- und Arthouse-Film bzw. Off-Theater ab. Dabei ist jedes Werk eine Gratwanderung zwischen Verharmlosung und stigmatisierender Problematisierung. Am komplexesten sind Vorstellungsbilder, wenn die Behinderung weder als unlösbares noch als bereits gelöstes (und daher irrelevantes) Problem erscheint. Theater und Film haben je eigene Möglichkeiten, diese Gratwanderung zu unternehmen. Das Fortsetzungsprojekt EEEM hat zum Ziel, die Ergebnisse des Forschungsprojektes EEE niedrigschwellig einer breiten Öffentlichkeit zu vermitteln. In einem durch ein Hauptseminar vorbereiteten Workshop mit dem Berliner Spieleentwickler Playing History wird dazu eine Skizze für ein digitales Spiel erstellt, für die bei verschiedenen Förderinstitutionen und Stiftungen um Finanzierung geworben wird. Zur Spielentwicklung erscheint ein Sammelband zum Thema „Digitale Spiele über Behinderung“, der Anfang 2025 Open Access in der Zeitschrift Paidia erscheinen wird, in dem auch die Skizze des Spiels veröffentlicht wird.
Link zum Abschlussbericht
https://opus4.kobv.de/opus4-uni-passau/frontdoor/index/index/docId/1568
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Gemeinsam/Together. Peter Lang D.
Hartwig, Susanne
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“A Journey to Inclusion.” Blog Images of Disability
Pereyra, Soledad
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“Disability wins the Podcast.” Blog Images of Disability
Pereyra, Soledad
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“El drama, ¿lo cambia todo?”. Blog Images gf Disability
Pereyra, Soledad
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„Epilog: Kommunikationsräume für Menschen mit „geistiger“ Behinderung in Theater und Film.“ In: Gemeinsam/Together. Peter Lang D. 2023: 177-182.
Hartwig, Susanne
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„Ich trage mein Kleid und trage mein Loch: cuestiones de género en el Teatro Thikwa.“ In: Diversidad funcional en clave de género. Peter Lang Verlag.
Pereyra, Soledad
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„Looking at the intimacy of diverse bodies“, Blog Images of Disability:
Escudero Romero, Elena
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„Miradas femeninas incapaces. Hacia un cuestionamiento de los valores de consistencia, orden y completitud en la creación audiovisual“. In: Diversidad funcional en clave de género. Peter Lang Verlag.
Escudero, Elena
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„¿Mujer o discapacitada? Diversidad funcional cognitiva en tres películas actuales (Be my baby; Yo, también; Dora o las neurosis sexuales de nuestros padres)“. In: Diversidad funcional en clave de género. Peter Lang Verlag.
Hartwig, Susanne
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"La visibilidad y la invisibilidad del cuerpo como ventaja: Los rasgos de la diversidad funcional cognitiva en el teatro inclusivo“. In: Berit Callsen/Philipp Seidel (Hgg.), Cuerpos diversos: Estéticas de diversidad corporal en España y América Latina en los siglos XX y XXI, Berlin: tranvía: 19-34.
Hartwig, Susanne
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Ficciones de la discapacidad cognitiva en la novela hispánica contemporánea: entre el estigma y la desestabilización del canon. Kamchatka. Revista de análisis cultural.(22), 685-711.
Pereyra, Soledad & Salerno, María Paula
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Gemeinsam/Together II. Peter Lang Verlag.
Hartwig, Susanne
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“Crip Humor? Desde Palermo al streaming internacional”. Blog Images of Disability
Pereyra, Soledad
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„Gemeinsam gegen das Coronavirus: Intermediale Strategien von mixed-abled-Theatern in Zeiten der COVID-19-Pandemie“. In: Gemeinsam/Together II. Peter Lang Verlag.
Pereyra, Soledad
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„’A wie Dornen’: Hermeneutische Partizipation von Menschen mit geistiger Behinderung in Theatern.” In: Gemeinsam/Together. Kognitiv beeinträchtigte Menschen in europäischen Theatern. 2022: 17-37.
Hartwig, Susanne
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3 Erzählungen, Erwartungen, Erfahrungen. Erzählungen – Erwartungen – Erfahrungen, 61-121. De Gruyter.
Hartwig, Susanne
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La experiencia del humor y el humor de la experiencia en Superabile (2015) del Teatro La Ribalta. Representaciones cómicas de la discapacidad, 71-90. De Gruyter.
Pereyra, Soledad
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Vejez y diversidad funcional: dos categorías distintas. Imágenes de la vejez, 17-32. De Gruyter.
Hartwig, Susanne
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‘Abnormal’ Films? Normality and Deviance in European Films About Cognitive Disability. Normas y diferencias, 175-188. De Gruyter.
Geldner, Viktoria
