Identifikation zellulärer und Serum-Biomarker für ein Therapieansprechen auf Methotrexat (MTX) bei Patienten mit Uveitis im Kindesalter
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Als “Uveitis” bezeichnet man die Entzündung der gefäßführenden Schichten im Inneren des Auges. Eine Uveitis bei Kindern und Jugendlichen tritt häufig auf in Verbindung mit einer juvenilen idiopathischen Arthritis (JIA). Dagegen handelt es sich bei der idiopathischen anterioren Uveitis (IAU) um eine Erkrankung mit nahezu identischer klinischer Manifestation und Augenbefunden, jedoch ohne gleichzeitiges Auftreten einer weiteren systemischen Erkrankung, sodass JIAU und IAU nach denselben therapeutischen Prinzipien behandelt werden. Sehr häufig ist eine systemische antientzündliche Behandlung mit sogenannten immunmodulierenden DMARDs (disease-modifying antirheumatic drugs) bei pädiatrischen Patienten mit Uveitis notwendig, um die Entzündung zu kontrollieren und einen Verlust der Sehfähigkeit zu verhindern. Hierbei ist das Medikament der ersten Wahl für sowohl die JIA ohne Augenbeteiligung als auch JIAU und IAU das Methotrexat (MTX). Im Falle eines unzureichenden therapeutischen Effekts oder ausgeprägter Nebenwirkungen dieses Präparats wird dann der TNF- Inhibitor Adalimumab als Medikament der zweiten Wahl additiv oder stattdessen gegeben. Der komplette antientzündliche Effekt beider Medikamente kann erst nach regelmäßiger mehrmonatlicher Anwendung erwartet werden, was bedeutet, dass der Effekt bei einem individuellen Patienten erst nach im Schnitt vier Monaten beurteilt werden kann (bei ei nigen Patienten auch erst nach 6 Monaten). Erst dann ist es möglich zu unterscheiden zwischen sogenannten „Respondern“ (im Falle von MTX ca. 70% der Patienten, im Falle von Adalimumab ca. 80-90%), bei denen die Entzündung sich mithilfe des Präparats ausreichend gut behandeln lässt, und „Non-Respondern“, bei denen ein zusätzliches oder alternatives DMARD erforderlich ist. Die zugrundeliegenden Pathomechanismen sowohl der Arthritis bei der JIA als auch der kindlichen Uveitis sind weitgehend unbekannt. Entsprechend dem aktuellen Forschungsstand geht man von einer autoimmunologischen Reaktion des sowohl angeborenen als auch des adaptiven Immunsystems bei genetisch prädisponierten Patienten aus. Beobachtungen bei erwachsenen Patienten mit Uveitis lassen vermuten, dass bestimmte Immunzellsubtypen (insbesondere sogenannte Monozyten und T-Zellen) eine Rolle im Krankheitsprozess spielen könnten. Unser Projekt zielt darauf, das Wissen über die Uveitis im Kindes- und Jugendalter zu mehren, indem die Rolle verschiedener Immunzell-Subtypen im Krankheitsverlauf untersucht wird, vor allem bei Patienten mit aktiver Erkrankung vor Beginn einer Behandlung verglichen mit dem Zustand nach mehrmonatiger Anwendung von MTX und / oder Adalimumab. Die Ergebnisse könnten in Zukunft helfen, sowohl das Therapieansprechen besser einzuschätzen als auch bei der Auswahl des erfolgversprechendsten Präparats vor Therapiebeginn unterstützen.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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Abstractband DOG 2023. Die Ophthalmologie, 120(S2), 71-253.
Schell M. ... & Baquet-Walscheid, K.
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Congress of the International Ocular Inflammation Society 2023: Identifying Cellular Biomarkers in Peripheral Blood in Anterior Uveitis in Childhood.
Schell M. ... & Baquet-Walscheid, K.
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Annual Congress of the German Ophthalmological Society (DOG) 2024: Plasmakonzentration von sCD73 und S100A8/A9 bei anteriorer Uveitis im Kindesalter
Schell M. ... & Baquet-Walscheid, K.
