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Echtes Hexenwerk und falscher Zauber. Die Inszenierung von Magie im spanischen und französischen Theater des 17. Jahrhunderts

Fachliche Zuordnung Europäische und Amerikanische Literatur- und Kulturwissenschaften
Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 431647111
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt widmete sich der vergleichenden kulturhistorischen und ästhetischen Untersuchung des spanischen und französischen Theaters im Zeitraum von 1600 bis 1685. Mit dem Fokus auf der Inszenierung von Magie und deren Effekten wurden Innovationen in Rhetorik, Schauspielkunst und Technik des frühneuzeitlichen Bühnenbetriebs einer eingehenden Analyse unterzogen. Diese stellte das Barocktheater als Meilenstein und wegweisenden Impulsgeber innerhalb der Entwicklung des europäischen Theaters heraus. Das Projekt verfolgte drei übergeordnete Ziele: Auf theoretischer Ebene wurde anhand des Konzepts der Theatralität ein Analysemodell entwickelt, mit dem die Inszenierung von Magie in realhistorischen und theaterästhetischen Kontexten beschreibbar wird. Auf inhaltlicher Mikroebene wurden durch ein Close Reading von spanischen und französischen Theaterstücken unterschiedlichster Subgenres sowie historischen Dokumenten sprachliche und performative Inszenierungsweisen magischer Akte erforscht. Auf inhaltlicher Makroebene legte ein Vergleich zwischen spanischen und französischen Theatertraditionen Gemeinsamkeiten, Unterschiede und langfristige Entwicklungen im Umgang mit Magie offen. Methodisch kombinierte das Projekt Ansätze aus Anthropologie/Ethnologie, Linguistik/Rhetorik und Literatur-/ Theaterwissenschaft. Als grundlegendes Ergebnis wies das Projekt einen dreifachen Fortschrittsprozess in Spanien und Frankreich – mit jeweils länderspezifischen Sonderentwicklungen – nach: Generell ist im 17. Jahrhundert als Schwellenphase zwischen alten und ‚modernen‘ Vorstellungen eine zunehmende Säkularisierung, Scientifizierung und Technisierung zu beobachten. Anhand der historischen Feingliederung der Magie in magia daemoniaca, magia naturalis und magia artificialis ließen sich diese Prozesse im Detail beschreiben: Die dämonische Magie verliert durch allmähliche Abkehr vom Aberglauben an Bedeutung, während sich rationale Erklärungsansätze durchsetzen. Die natürliche Magie entwickelt sich sukzessive von Astrologie, Alchimie und Wundermedizin zur modernen Astronomie, Chemie und Medizin. Die künstliche Magie wird als technische Illusion perfektioniert – insbesondere im Theater mit seiner ausgeklügelten Bühnentechnik. Das Projekt legt für eine Anschlussuntersuchung zur magia daemoniaca und der Inszenierung des Teufels die Verengung auf die französische Literaturgeschichte und die zeitliche Öffnung auf die Spanne zwischen Mittelalter und Gegenwart nahe. Das Folgeprojekt wird die diachrone Entwicklung der Magie von der trügerischen Illusion zur illusionistischen Kunst in der longue durée nachverfolgen und die teuflische Hybridität dabei als Generator von Kreativität herausarbeiten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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